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Im Playout-DerbyZwischen Sicherheit und Verunsicherung

Die Tigers Langnau gewinnen Partie 3 gegen den UHC Thun 10:3. Die Berner Oberländer sind noch eine Niederlage von den Auf-/Abstiegsspielen entfernt.

Die Tigers (hier Jonas Guggisberg) fanden immer einen Weg durch die Thuner Abwehr.
Die Tigers (hier Jonas Guggisberg) fanden immer einen Weg durch die Thuner Abwehr.
Bild: Andreas Blatter

Als die Sirene ertönt, ist es wie so oft, wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen. Die Tigers jubeln, der UHC Thun hadert. Die Emmentaler setzen sich auch in Spiel 3 der Playout-Serie durch – und tun dies auf eine eindrückliche Art und Weise. 10:3 schlagen sie die Oberländer zu Hause. Kein Wunder also, ist Stefan Siegenthaler nach dem Spiel gut gelaunt. «Ich bin sicher zufrieden, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns», sagt der Captain der Tigers. Er meint dies ernst – aber den Umständen entsprechend fällt es schwer, ihm das zu glauben.

Denn viel mehr Arbeit dürfte auf die Thuner zukommen, vorerst für den weiteren Verlauf des Playouts, danach für die allfälligen Auf-/Abstiegsspiele. Das weiss auch Reto Graber, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Yannick Zimmermann die Captainbinde übernommen hat. «Hinten sind wir zu anfällig, vorne zu wenig effizient. Das zieht sich dann wie ein roter Faden durch», sagt Graber. Er meint dies ernst – und man glaubt es ihm.

Thun bricht wie ein Kartenhaus zusammen

Wenn Graber sagt, er habe im Thuner Spiel auch Gutes gesehen, so mag dies durchaus seine Richtigkeit haben. Wie etwa in der Partie vom Samstag, als die Thuner bis zur 50. Minute 3:2 in Führung lagen. Danach brachen sie aber – einmal mehr in dieser Saison – wie ein Kartenhaus zusammen, kassierten innerhalb von acht Minuten sieben Gegentreffer, verloren 3:9.

Auch am Sonntag zeigte der UHC gute Ansätze, besonders zu Beginn. Die Thuner pressten früh, waren gewillt, kamen zu Chancen. Und gingen durch Graber sogar in Führung. Doch es war für lange Zeit der einzige Treffer der Oberländer. Vielmehr fanden die Tigers besser ins Spiel, nach 20 Minuten stand es 3:1, nach zwei Dritteln schon 6:1.

Es dauerte bis zur 50. Minute, bis vonseiten der Thuner wieder ein Lebenszeichen kam, Jakub Mendrek zum 2:7 traf. Doch es war zu spät. Nach zwei weiteren Toren der Emmentaler stellte sich nur noch die Frage nach dem Stängeli. Und diese klärte Renzo Mayer zweieinhalb Minuten vor Schluss mit dem Treffer zum 10:2.

«Das lassen wir uns sicher nicht mehr nehmen.»

Stefan Siegenthaler, Captain der Tigers

Graber sagt, der UHC Thun müsse nun aufstehen und weitermachen. Das Ziel sei, das nächste Spiel zu gewinnen. Auf die Frage, wie er und sein Team dies erreichen wollen, hat auch er keine passende Antwort parat. Wenn er sagt: «Es wird sicher schwer, aber es ist noch nicht fertig», dann klingt das nicht wie eine Kampfansage. Sondern vielmehr nach einer Floskel, um das, was auf die Thuner in den nächsten Wochen zukommen wird, noch zu verdrängen.

Für die Tigers hingegen dürften aller Voraussicht nach am nächsten Wochenende die Ferien starten. Siegenthaler sagt, dass man schon vor der Serie davon gesprochen habe, diese schnellstmöglich – sprich mit einem 4:0 – zu beenden. Und die Langnauer tun gut daran, dies zu erreichen. Siegenthaler sagt mit einem Lachen: «Das lassen wir uns sicher nicht mehr nehmen.» Er meint dies ernst – und nun glaubt man auch ihm.