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Zürcher Stadtrat bewilligt Formel-E-Rennen

Zürich wird voraussichtlich Austragungsort des ersten Formel-E-Strassenrennens der Schweiz. Die Veranstalter müssen jedoch eine ganze Liste von Auflagen erfüllen.

Voll elektrisch angetriebene Boliden: Formel-E-Rennen in Peking. (13. September 2014)
Voll elektrisch angetriebene Boliden: Formel-E-Rennen in Peking. (13. September 2014)
Keystone

Der Zürcher Stadtrat hat das Rahmengesuch für ein Formel-E-Strassenrennen bewilligt. Bevor die schnellen Elektromobile starten können, müssen die Veranstalter noch eine ganze Liste von Auflagen erfüllen. Der Stadtrat führt in der Mitteilung vom Donnerstag eine ganze Liste auf – von Sicherheits- über Verkehrskonzept bis hin zum Reinigungsplan.

Für die Veranstalter ist der «Bubentraum» ein grosses Stück nähergerückt: Der Stadtrat ist grundsätzlich damit einverstanden, dass im kommenden Juni E-Boliden durch die Innenstadt kurven. Das Rennen soll beim Hafen Enge starten, dem Mythenquai entlang führen und über eine Runde durchs Quartier wieder zurück zum Hafen.

Tramgleise auffüllen

Bevor die Ampel aber auf Grün geht, müssen die Veranstalter aber noch eine ganze Liste von Auflagen erfüllen. Der Stadtrat führt in der Mitteilung vom Donnerstag eine ganze Sammlung von Kriterien auf, welche die Vereine eMobil und OK ePrix einhalten müssen.

Verlangt werden ein Sicherheits- und Verkehrskonzept, ein Reinigungskonzept und vieles mehr. Die Veranstalter müssen beispielsweise auch die Tramgleise auffüllen, damit diese nicht beschädigt werden – und diese wieder rechtzeitig freimachen.

Der gesamte Aufwand geht zulasten der Veranstalter. Der Anlass dürfe die Stadtkasse nicht belasten, betont der Stadtrat. Die beiden Vereine müssen dem Stadtrat schriftlich zusichern, dass sie sämtliche Kosten tragen. Falls es zu Zwischenfällen kommt, etwa durch einen Unfall, haften ebenfalls die Veranstalter.

Kanton muss noch einwilligen

Die Veranstalter zeigten sich schon zu einem früheren Zeitpunkt optimistisch, dass sie all diese Auflagen erfüllen können. Die Detailbewilligung sei so gut wie sicher, sagte Roger Tognella, FDP-Gemeinderat und Präsident von E-Mobil, im September.

Was nun noch fehlt, ist die Einwilligung des Kantons Zürich. Diese dürfte allerdings kein Problem darstellen. Die Regierung hatte sich schon vor geraumer Zeit positiv zu einem solchen Rennen geäussert, weil es zu einer grösseren Ausstrahlung Zürichs beitragen könne.

Grüne: «Schlicht lächerlich»

Die Organisatoren versprechen, einen «Top-Event mit internationaler Ausstrahlung» durchzuführen. Neben dem eigentlichen Autorennen, das streckenweise am Seebecken vorbeiführt, ist ein Volksfest geplant, an dem über E-Mobilität informiert werden soll.

Weniger euphorisch sind die Grünen der Stadt Zürich. In Zürich gebe es schon genügend Grossanlässe, teilten sie gleichentags mit. Die Durchführung eines Autorennens in der Innenstadt sei ein absolut falsches Signal und ein Affront gegenüber der Bevölkerung.

Dem Ganzen mit Begleitanlässen ein sauberes Image verleihen zu wollen, sei zudem «schlicht lächerlich». Sie befürchten ausserdem, dass die Stadt am Schluss doch noch auf Kosten sitzenbleibt oder diese nicht in Rechnung stellt.

Bereits im FIA-Jahreskalender

Im internationalen Rennsport-Zirkus ist das Rennen bereits vorgemerkt: Es ist seit September im Jahreskalender des Motorsport-Weltverbands FIA eingetragen. Dieser Eintrag löste bei den Veranstaltern damals so viel Freude aus, dass sie spontan eine Medienmitteilung verschickten, dass die Durchführung bewilligt worden sei - was gar nicht zutraf und für einige Verwirrung sorgte. Ein Pressesprecher der Stadt musste spätabends eine Sonderschicht einlegen und die Redaktionen über die Falsch-Meldung der Veranstalter informieren.

Verbot seit dem Unglück von Le Mans

Das Formel-E-Rennen in Zürich wäre das erste in der Schweiz. Rundstreckenrennen sind in der Schweiz seit dem Unglück im französischen Le Mans im Jahr 1955 verboten. Damals starben wegen der Kollision zweier Rennautos 84 Menschen, davon waren 83 Zuschauer.

Seit April 2016 macht die Schweiz aber eine Ausnahme: Rennen mit E-Mobilen sind seither wieder erlaubt. Eigentlich hätte das erste Rennen bereits 2016 in Lugano stattfinden sollen. Das Projekt wurde jedoch abgesagt, weil das Rennen politisch umstritten war und deswegen der wichtigste Sponsor absprang.

SDA

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