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Zürich braucht ein Herzzentrum

Wenn die Herzchirurgie an vier verschiedenen Standorten betrieben wird, geht Qualität verloren.

Die Herzchirurgie ist für Zürichs Medizin, was die Mondlandung für die Raumfahrt der USA war. Hier ­erfolgten die spektakulären Durchbrüche in der ­Medizingeschichte, die frühen Transplantationen, das Setzen von Stents, eine abenteuerliche (wohl irrtüm­liche) Transplantation über die Blutgruppenschranke hinweg – pionier- und schicksalshafte Ereignisse, die die lokale Öffentlichkeit stets stark bewegten. Grosse Namen wie Ake Senning und Marko Turina waren ­damit verbunden, grosse Tragödien wie der Fall ­Voser, grosse Rivalitäten wie jene mit Bern. Die Herzchirurgie scheint Zürichs Königshaus zu sein, ihre ­Leiter waren entweder Helden oder Versager.

Das mag alles weit übertrieben sein. Volkmar Falk, der nun wegziehende Leiter der Zürcher Herzchirurgie, hat sich stets darüber gewundert, wie viel Aufhebens hier über die Herzchirurgie gemacht wird. Er hält das Herz für symbolisch überschätzt. Und trotzdem hat er selber in Zürich die Herzchirurgie mit «viel Herzblut» wieder stark gemacht. Er hat die Brillanz eines Senning oder Turina kombiniert mit der Teamfähigkeit eines modernen Mediziners und Operateurs, der sich bewusst ist, dass er zwar Vorbild sein muss, aber das Team alles ist. Und er hat als Wissenschafter die Herzchirurgie am Unispital mit dem Forschungsplatz Zürich vereint. Das Projekt zusammen mit Uni und ETH zur Weiterentwicklung künstlicher Herzen ist ein internationaler Leuchtturm.

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