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Zürcher Taxifahrer streiken wegen Lizenzvergabe und Landtaxis

Viele Stadtzürcher Taxifahrer arbeiten erst am Mittag wieder. Sie stören sich an den Arbeitsbedingungen: Weil Zürich eine viel zu hohe Taxidichte habe, kämen die Fahrer noch auf 5 bis 10 Franken Stundenlohn.

«Kampf ums Überleben»: Wie die Taxifahrer ihren Streik begründen. (14. Mai 2013)

In der Stadt Zürich sind die Taxifahrer am Dienstag in einen 24-stündigen Streik getreten. Wer ab 12 Uhr beim Standplatz am Hauptbahnhof ein Taxi suchte, hatte Mühe eines zu finden. Die Taxifahrer fordern bessere Arbeitsbedingungen.

Rund 90 Prozent der Taxifahrer seien dem Streikaufruf gefolgt, sagte Dolores Zanini, Vizepräsidentin des Verbandes Taxisektion Zürich, auf Anfrage. Viele Kunden hätten am Bahnhof zeitweise vergeblich nach einer Mitfahrgelegenheit gesucht. Die Taxifahrer wollen ihre Streik bis Mittwochmittag fortsetzen.

«Taxifahrer können sich kaum mehr durchbringen»

Mit dem Streik wollen sie verschiedenen Forderungen Nachdruck verschaffen. So soll die Vergabe der Taxi-Konzessionen ihrer Meinung nach beschränkt werden. Weiter fordern sie, die Busspur künftig benützen zu dürfen. Zudem wehren sich die Chauffeure gegen die Landtaxis, die in der Stadt auf Kundenfang gehen.

«Die Landtaxis werden immer dreister, sie stellen sich sogar auf unsere Standplätze und es wird nichts gemacht», sagte Zanini an einer Kundgebung auf dem Helvetiaplatz. Die Taxifahrer könnten sich kaum mehr durchbringen und Ende Monat ihre Rechnungen bezahlen.

Taxifahrer hätten durchschnittlich einen Stundenlohn zwischen 5 und 10 Franken. Dafür arbeite heute niemand mehr. Das interessiere jedoch die Behörden nicht. Stattdessen verteile der Stadtrat grosszügig Betriebsbewilligungen statt diese einzuschränken. Zürich habe europaweit die höchste Taxidichte.

Laut Zanini sollte jeder Parlamentarier und jeder Stadtrat einmal zwei Wochen lang Taxi fahren müssen. «Dann würden sie selber sehen, wie wir ums Überleben kämpfen müssen.»

Taxiverband distanziert sich

Der Taxiverband Zürich distanzierte sich von der Streikaktion. Man begrüsse zwar Vorschläge, die darauf abzielten, Verbesserungen für die Taxifahrer und für die Taxi-Kunden herbeizuführen. Es sei aber zu bezweifeln, dass mit einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung eine Verbesserung der Missstände im Taxigewerbe erreicht werden könne.

Die Leidtragenden des Streiks seien die Taxi-Kunden, die auf eine seriöse, freundliche, hilfsbereite Dienstleistung während 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zählten. Ein «Goodwill-Tag» für die Taxikundschaft würde nach Ansicht des Taxiverbandes der Sache mehr dienen.

SDA/mw

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