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Sadistischer Gewalttäter muss 19 Jahre ins Gefängnis

Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte einen in der Schweiz lebenden Tibeter zu 18 Jahren Freiheitsentzug. Er hatte eine Frau zu Tode geprügelt und zwei weitere beinahe getötet. Das Obergericht erhöhte nun die Strafe.

Hohes Rückfallrisiko: Der 53-jährige Beschuldigte wird verwahrt. (Bild: TA)
Hohes Rückfallrisiko: Der 53-jährige Beschuldigte wird verwahrt. (Bild: TA)

Ein sadistischer Gewalttäter, der zwei Frauen beinahe tötete und eine Geschädigte zu Tode prügelte, bleibt verwahrt. Das Zürcher Obergericht hat am Mittwoch die Strafe gegen den Tibeter bestätigt. Zudem hat es die erstinstanzliche Freiheitsstrafe um zwölf Monate auf 19 Jahre erhöht.

«Bremsen Sie nach 100 Metern, und halten Sie die Luft an, unterbrach der sichtlich aufgebrachte Tibeter den Gerichtsvorsitzenden Franz Bollinger während der Urteilseröffnung. Soeben hatte der 53-jährige Beschuldigte erfahren, dass er wegen vorsätzlicher Tötung, mehrfachen Tötungsversuchs und weiterer schwerer Delikte eine hohe Freiheitsstrafe von 19 Jahren kassiert. Zudem bleibt er verwahrt, da die Oberrichter aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens von einem hohen Rückfallrisiko ausgehen.

«Menschliche Abgründe»

«Es taten sich menschliche Abgründe auf, erklärte der Oberrichter Stefan Volken, der die Verbrechen des nur teilgeständigen Beschuldigten noch einmal zusammenfasste. Dieser hatte im Oktober 2004 eine damals 35-jährige Freundin so brutal verprügelt, dass sie an inneren Blutungen verstarb.

Im März 2006 hatte der Täter zudem eine 41-jährige Kollegin attackiert, indem er ihr ein Kopfkissen auf das Gesicht drückte und sie beinahe erstickte. Ende Juni 2007 war der eifersüchtige Alkoholiker auch bei einer dritten Freundin ausgerastet.

Er schlug sie so fest zusammen, dass sie auf einem Auge erblindete. Zudem verging er sich an ihr auch noch sexuell. Dies bezeichnete Volken als «äusserst schmerzhaft und erniedrigend».

Kritik an Kassationsgericht

Volken kritisierte das Kassationsgericht, das in einem früheren Entscheid die vorsätzliche Tötung noch verneint hatte. Die Begründung, wonach der Beschuldigte das Opfer schon früher verprügelt habe und dieses dabei auch nicht gestorben sei, sei lebensfremd und nicht nachvollziehbar.

Der Verteidiger hatte am Berufungsprozess versucht, die Befunde des zuständigen Gerichtspsychiaters Mario Gmür zu entkräften und ein neues Gutachten aufzugleisen. Mit dem Ziel, eine Therapie zu erreichen und eine Verwahrung zu verhindern. Allerdings ohne Erfolg.

Die Oberrichter machten dem unterlegenen Anwalt klar, dass der bisherige Gutachter einen schlüssigen Bericht erstellt habe. Demnach seien die Erfolgsaussichten für den psychisch gestörten Tibeter nur gering und unsicher. Gmür hatte auch festgehalten, dass bisher sämtliche Behandlungen der Alkoholsucht des Beschuldigten kläglich gescheitert seien.

SDA/kpn

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