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Mit kleinen Kindern auf Betteltour

Mit den wärmeren Temperaturen sind viele Bettler nach Zürich gekommen – vor allem aus dem Ostblock. Mit Kindern versuchen sie, Mitleid zu erregen und ihre Einnahmen zu steigern.

In der Schweiz ist Betteln verboten: Bettler mit Kind in Athen.
In der Schweiz ist Betteln verboten: Bettler mit Kind in Athen.
Keystone

Zürich – Sie hält ihrem Gegenüber einen zerknitterten Zettel unter die Augen und sagt etwas in einer fremden Sprache. Es tut sich in ihrem Mund eine breite Zahnlücke auf; die vorderen Zähne sind alle ausgefallen, dabei ist sie keine alte Frau. Sie trägt einen langen Wintermantel, aus den offenen Hausschuhen schauen nackte Füsse hervor. Sie trägt ein Baby vor der Brust, an der Hand hält sie ein kleines Mädchen. Die Frau spricht einen Passanten nach dem anderen an, die an diesem Sonntagmorgen am Zürcher Paradeplatz aufs Tram warten, aber niemand holt das Portemonnaie hervor. Manchmal doppelt das kleine Mädchen nach, umsonst. Als die Frau alle Wartenden angegangen ist, stösst ein untersetzter Mann mit Schnauz zu ihr, der sich bis dahin auf Distanz gehalten hat. Ein Tram fährt heran, die vier steigen ein – und weg sind sie.

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