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Am Limmatquai herrscht Verwirrung im Schilderwald

Beim Helmhaus hat die Stadt ein falsches Verkehrsschild installiert, das Tempo 50 erlaubt hätte. Auch nach der Korrektur ist die Situation unübersichtlich.

«Schildbürgerstreich» ist das Einzige, was einem in den Sinn kam, als man am Wochenende oder noch gestern Mittag die neue Verkehrssignalisation beim Helmhaus am Limmatquai betrachtete. In beide Fahrtrichtungen war Tempo 50 erlaubt – allerdings nur für wenige Meter.

Installiert hat die Stadt die neuen Verkehrstafeln vor wenigen Tagen. Nach der Anfrage des TA bei der Dienstabteilung Verkehr von Stadträtin Karin Rykart (Grüne) dauerte es nur eine halbe Stunde, bis eine Tafel, die Tempo 30 aufhob, ersetzt war – durch eine Tafel, die das Tempo auf 30 Stundenkilometer beschränkt. «Die Signalisation vor dem Musik Hug war fälschlicherweise dort», sagt Pressesprecher Heiko Ciceri.

3 Meter für Tempo 50

Die falsche Tafel hat zu einer absurden Situation geführt. Mit ihr wäre Tempo 30 kurz nach der Laternengasse beim Musikhaus Hug aufgehoben worden. Doch wirklich Gas hätten die Automobilisten oder Motorradfahrer nicht geben können. Denn die allermeisten müssen bereits nach etwa 30 Metern im rechten Winkel auf die Münsterbrücke einbiegen. Und gleich zu Beginn der Brücke steht eine Tafel, die das Tempo auf 30 Stundenkilometer beschränkt. Das hat die Stadt auch in grossen Buchstaben auf den Boden gemalt.

Auch wer auf dem Limmatquai weiter geradeaus fahren will, wäre in diesem Fall schon wenige Meter nach der Abzweigung auf die Münsterbrücke wieder gebremst worden. Schilder auf beiden Seiten der Strasse verkünden Tempo 30. Und weisen darauf hin, dass motorisierte Fahrzeuge nur sehr beschränkten Zugang zur Strecke Richtung Central haben.

Bis zur Rudolf-Brun-Brücke sind nur Autos zum Güterumschlag oder für Hotelgäste mit Gepäck oder Taxis auf Bestellung zugelassen. Seit gestern kurz nach 14 Uhr ist aber wieder alles anders: Auf der ganzen Strecke gilt nun die Beschränkung auf Tempo 30. «Die Tafel vor dem Musikhaus Hug ist für diejenigen Verkehrsteilnehmer, die aus der Laternengasse auf das Limmatquai einbiegen», sagt Ciceri.

«Wenn es auch unlogisch erscheint: Das ist der Rechtssicherheit geschuldet.»

Heiko Ciceri, Pressesprecher Dienstabteilung Verkehr Zürich.

Absurd mutet aber auch die ­Situation an, die Autofahrer antreffen, die vom Stadthausquai über die Münsterbrücke auf den Limmatquai einbiegen. Am Ende der Brücke auf der linken Fahrseite hebt ein Verkehrsschild Tempo 30 auf, etwa 3 Meter weiter, auf der anderen Strassenseite in Fahrtrichtung Bellevue, steht wiederum eine Tafel, die das Tempo auf 30 Stundenkilometer beschränkt. Tempo 50 wäre – wenn auch nicht machbar – auf diesen wenigen Metern erlaubt.

«Alles korrekt», sagt der Pressesprecher der Dienstabteilung Verkehr. «Wir müssen zuerst signalisieren, dass die Tempo-30-Zone beim Helmhaus zu Ende ist. Und zeigen, dass dort eine Tempo-30-Strecke beginnt.» Der Unterschied von Zone und Strecke: In einer Zone gilt generell Rechtsvortritt, auf einer Strecke jedoch nicht. Und Tempo-30-Zonen müssen aufgehoben werden, Tempo-30-Strecken nicht. Letztere enden spätestens bei der nächsten Verzweigung. «Wenn es auch unlogisch erscheint: Das ist der Rechtssicherheit geschuldet», sagt Ciceri.

Die Situation beim Helmhaus ist in Zürich nicht einzigartig. Ähnliches trifft der Autofahrer auf der Köschenrütistrasse in Seebach oder bei der Schulhaus- und Franklinstrasse in Oerlikon.

53'800 Verkehrsschilder in Zürich

Der Schilderwald in der Stadt Zürich war kürzlich auch Thema im Gemeinderat. Martin Götzl und Stephan Iten von der SVP sorgten sich, dass bei geplanten Geschwindigkeitsreduktionen in der Stadt Zürich viele neue Tempo-30-Tafeln installiert werden müssen. Und das, obwohl die Stadt ein Programm gestartet hat, um die Zahl der Verkehrsschilder zu reduzieren.

Der Stadtrat teilte mit, dass im Rahmen des Projekts «Weniger ist mehr» knapp 5000 Verkehrsschilder demontiert worden seien. Über 3000 neue seien aber dazugekommen. Der Schilderwald bestehe heute aus rund 53800 Schildern.

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