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Zweitgutachten soll Klarheit schaffen

Die Staatsanwaltschaft hatein Zweitgutachtenüber die Todesursache eines Ausschaffungshäftlings aus Nigeriain Auftrag gegeben.

Von Stefan Hohler Zürich – Der 29-jährige Nigerianer war im März 2010 kurz vor seiner Ausschaffung am Zürcher Flughafen verstorben. Ein vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) im Auftragder Staatsanwaltschaft erstelltes Gutachten ergab, dass der Nigerianer an einer «schwerwiegenden Vorerkrankung des Herzens» litt. Diese war den Behörden nicht bekannt. Der Anwalt der Familie des Toten und ein Zürcher Kardiologe hatten das Gutachten angezweifelt. Sie bestritten vor allem die vom IRM festgestellte Herzerkrankung. Für sie waren primär der vorausgegangene Hungerstreik des Häftlings und der akute Erregungszustand für den Tod verantwortlich. Der Nigerianer hatte sich bis zuletzt gegen die Ausschaffung gewehrt und musste von der Polizei gefesselt werden. Nach dem Todesfall wurden die Ausschaffungsflüge für Nigerianer bis auf weiteres gestoppt. Jetzt sollen sie wieder durchgeführt werden. Nun soll ein weiteres Gutachten Klarheit über die Todesursache schaffen. Wie die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland gestern mitteilte, wird sie ein Zweitgutachten in Auftrag geben. Die Expertise wird durch den Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Giessen (D) durchgeführt. Laut dem zuständigen Staatsanwalt Christian Philipp hat dieser Pathologe keine Beziehung zum IRM und untersucht den Fall vollständig unabhängig. Auch von der Seite der Familie des Verstorbenen seien keine Einwände erhoben worden. Der in Zürich praktizierende Kardiologe hat gemäss Philipp nur das 76-seitige Gutachten gelesen. Er hatte aber keinen Zugriff auf die aufbewahrten Organe wie beispielsweise das Herz. Das neue Gutachten wird möglicherweise nicht mehr so aufwendig wie dasjenige des IRM sein, welches mehrere Zehntausend Franken kostete.

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