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Zwei Flugzeuge sind beim Start in Kloten fast zusammengestossen

Laut TA-Recherchen hatten beide Swiss-Maschinen die Startfreigabe. Einer der Piloten konnte noch bremsen.

Am Flughafen Zürich ist es gestern zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen: Zwei Flugzeuge haben auf sich kreuzenden Pisten gleichzeitig zum Start angesetzt. Der Vorfall passierte um 12.40 Uhr auf den Pisten 16 und 28, als zwei Maschinen zum Abflug ansetzten und so direkt aufeinander zurasten. Maude Rivière, Sprecherin der Flugsicherung Skyguide, bestätigte eine entsprechende Meldung von Tages-Anzeiger.ch/Newsnetz. «Ich traute meinen Augen nicht, die beiden Flugzeuge fuhren aufeinander zu», sagte ein Augenzeuge. «Der Flieger auf der Piste 16 war bereits zu schnell, er konnte den Start nicht mehr abbrechen», sagte der Augenzeuge weiter. Deshalb habe der Pilot auf der Piste 28 das einzig Richtige getan und den Start abgebrochen. Die andere Maschine auf der Piste 16 flog davon. Laut Maude Rivière hatte der Fluglotse dem Piloten auf der Piste 28 den Befehl zum sofortigen Startabbruch gegeben. An den Maschinen sei kein Schaden entstanden. Auch Angaben über verletzte Passagiere gebe es keine, sagte die Sprecherin. Die Maschine, die ihren planmässigen Abflug so abrupt hatte stoppen müssen, konnte am Nachmittag mit zweistündiger Verspätung starten. Laut TA-Recherchen handelt es sich um zwei Swiss-Maschinen des Typs Airbus A 320; sie waren nach Madrid und Moskau unterwegs. Diese Flugzeuge haben laut Website der Swiss mindestens 136 Sitzplätze. Beide Maschinen sollen die Startfreigabe gehabt haben. In diesem Fall liegt der Fehler bei den Fluglotsen. Bund klärt Vorfall ab Bei Skyguide wollte man sich zur Ursache des Zwischenfalls nicht äussern. Man habe den Vorfall dem Büro für Flugunfalluntersuchungen (BFU) gemeldet, das nun die Funk- und Radardaten sowie die Angaben des Cockpits analysieren wird. Bis ein Bericht über die Ursache für den Zwischenfall vorliegt, dürfte es erfahrungsgemäss aber mehrere Monate oder gar Jahre dauern. Wie Aviatikexperte und Pilot Olav Brunner auf Anfrage sagte, gibt es zwei Möglichkeiten, warum die beiden Flugzeuge gleichzeitig starten konnten: Entweder hat die Flugsicherung irrtümlicherweise zwei Startfreigaben gleichzeitig erteilt, oder die Piloten haben den Funkverkehr missverstanden und dachten, sie hätten Startfreigabe bekommen. Er betont aber, dass ein Unglück nicht nur durch Zufall verhindert worden sei: «Im Flugverkehr wird immer alles doppelt kontrolliert. Da hat jemand rechtzeitig gemerkt, dass etwas nicht stimmt, und richtig eingegriffen.» Die Piloten selbst hätten die andere Maschine kaum sehen können, weil das Dock E die Sicht blockiert.(epp/tif/hoh) Zwei solche Airbusse A320 rasten gestern aufeinander zu.Foto: Schlatter

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