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Wochenlang auf fremdem Terrain

In der regionalen 2. Liga sorgt der unausgewogene Spielplan für Diskussionsstoff. Besonders Einsiedeln, Herrliberg und Bülach sind davon betroffen.

Von David Schweizer Das Wetter machte dem FC Einsiedeln für einmal schon Ende August einen Strich durch die Rechnung. Das Heimspiel gegen Urdorf am letzten Sonntag musste wegen starker Regenfälle verschoben werden. Solche Probleme kennt der Schwyzer Verein ansonsten vor allem in der Schlussphase der Vorrunde und zu Beginn der zweiten Saisonhälfte. Oft liegt dann Schnee in der 882 Meter über Meer gelegenen Gemeinde. Auf diese Gegebenheiten hat der Fussballverband Region Zürich (FVRZ) in dieser Saison offenbar besonderes Augenmerk gelegt. Der Zweitligist der Gruppe 2 wird im nächsten Frühjahr nämlich erst am 7. Mai sein erstes Heimspiel der Rückrunde bestreiten. Zuvor gastiert Einsiedeln sechsmal hintereinander auf fremdem Terrain. «Wir waren selber überrascht», sagt Einsiedelns Trainer Stefan Flühmann. «Normalerweise werden nur unsere ersten zwei, drei Partien im März auswärts angesetzt.» Daraus ergibt sich ein Vorteil: Die Schwyzer können mit einer starken Vorrunde auf dem heimischen Sportplatz Rappenmöösli eine gute Basis legen. Einsiedeln darf nämlich zunächst fünf Heimspiele in Serie bestreiten. Erst am 25. September wartet in Wallisellen die erste Auswärtsaufgabe. Herrliberg: Neunmal auswärts Irritiert vom Spielplan war auch Herrlibergs Alois Battaglia. Der Seeklub, der seine Heimspiele stets auf Kunstrasen austrägt, ist auf diese Saison hin in die 2. Liga aufgestiegen und muss 9 der 13 Vorrundenbegegnungen auswärts bestreiten. Nach zwei knappen Niederlagen zum Auftakt reist Herrliberg nun zu Dübendorf, Unterstrass sowie Uster und könnte durch eine Negativserie bereits in Bedrängnis geraten. Damit nicht genug; im Spätherbst wartet in der Vorrunde eine weitere Serie von vier Auswärtspartien. Er kenne die Gründe des Verbands nicht, sagt Battaglia. Hadern will der Coach aber nicht. «Wenn wir uns gut aus der Affäre ziehen, können wir uns eine gute Ausgangslage für die zweite Saisonhälfte erarbeiten.» Schwierige Zeiten erwartet offensichtlich auch Herrlibergs Gruppenkonkurrent Bülach. Nach dem Abstieg sind die Unterländer erneut schwach in die Meisterschaft gestartet – trotz des Vorteils von zunächst vier Heimspielen. Die Bülacher werden dafür in der Saisonmitte fünfmal in Folge auswärts antreten. «Der Spielplan darf keinen Einfluss auf die Meisterschaft haben», findet Ehrenpräsident und Vorstandsmitglied Edi Koller. Er ist wie die Kollegen aus Einsiedeln und Herrliberg überrascht ob der Unausgewogenheit, hat aber ebenfalls kein Gesuch beim Verband eingereicht. Gemäss dem Leiter Spielbetrieb beim FVRZ, Willy Scramoncini, müsse man die geografische Lage von Vereinen wie Wald (4. Liga) und Einsiedeln natürlich beim Erstellen des Plans berücksichtigen. Die Partien sollten jedoch in der Regel im Verhältnis von 6:7 – oder höchstens 5:8-Spielen pro Saisonhälfte angesetzt werden. Zu den Gegebenheiten in der 2. Liga konnte Scramoncini allerdings keine konkreten Angaben machen. Der zuständige Koordinator des FVRZ weilt in den Ferien. Für Urdorfs Trainer Roberto Rhiner wird der mögliche Vor- oder Nachteil bei Heim- und Auswärtsspielen ohnehin überbewertet. Er habe die Ergebnisse der letzten Zweitligasaison eingehend geprüft, sagt er. Selbst Aufsteiger Wettswil-Bonstetten habe zu Hause verloren. Zwar nur zweimal, doch bei vier Niederlagen in der gesamten Spielzeit macht das immerhin die Hälfte aus. Welchen Einfluss der unausgewogene Spielplan wirklich hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

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