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Wegen Hitze? Bergdrama im Berner Oberland

Zwei schwarze Hitzetage in den Bergen forderten fünf Todesopfer. Am Morgenhorn stürzte eine Dreierseilschaft ab. Experten vermuten einen Zusammenhang mit hohen Temperaturen.

Dreierseilschaft im Berner Oberland abgestürzt: Die drei Bergsteiger kehrten vom Morgenhorn (hinten) nicht mehr zurück. (Archivbild)
Dreierseilschaft im Berner Oberland abgestürzt: Die drei Bergsteiger kehrten vom Morgenhorn (hinten) nicht mehr zurück. (Archivbild)

Die drei Alpinisten stürzten am Mittwoch am Morgenhorn (3623 m) bei Kandersteg in den Tod. Sie konnten noch am Mittwochabend kurz vor Einbruch der Dunkelheit von einem Rettungsteam gesichtet, aus Sicherheitsgründen allerdings nicht mehr geborgen werden.

Die drei haben in der SAC-Blümlisalphütte auf 2834 Meter über Meer übernachtet, brachen am frühen Mittwochmorgen über die Normalroute zum Morgenhorn auf und wollten nach ihrer Bergtour am Abend wieder in derselben Hütte zurück sein. Als sie aber zum Nachtessen immer noch auf sich warten liessen, rückte Hüttenwart Hans Hostettler, selber ein erfahrener Bergretter, Bergführer und Spezialist für Helikopterrettungen, mit dem herbeigerufenen Rettungsteam zum Suchflug aus.

Durch Rega tot geborgen

Gestern Donnerstagmorgen konnten die drei bisher nicht identifizierten Bergsteiger schliesslich durch die Bergretter und die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) tot geborgen werden. Wie Heinz Pfeuti, Mediensprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage verlautet, befinden sich die Opfer zurzeit noch zur Identifikation im Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern.

Über die Ursache des rund 500 Meter tiefen Absturzes der Dreierseilschaft kann nur spekuliert werden. Hüttenwart Hans Hostettler weist aber darauf hin, «dass die Verhältnisse nicht mehr so einfach sind wie noch vor einigen Wochen. Das Gletschereis ist ausgeapert, blank und hart.»

Sturz bei Wanderung

Johann Kaufmann als Leiter von Grindelwaldsports bestätigt dies: «Beim derzeit herrschenden Blankeis muss man schon darauf achten, was man macht, und im Zweifelsfall vielleicht mal eine Eisschraube setzen.» Der Bergführer stellt aber fest, «dass es bis auf 3500 Meter hinauf zwar in den letzten Wochen stark ausgeapert hat, jedoch die Verhältnisse immer noch besser sind als etwa im Hitzesommer vor sechs Jahren.»

Ebenfalls am Mittwoch kam in Schwenden (Diemtigtal) ein Wanderer südlich der Galmscheibe (2425 m) ums Leben: Nach Eingang einer Vermisstmeldung bei der Kantonspolizei konnte ein ausgerückter Suchtrupp des SAC den Mann noch am Mittwochabend in einem Tobel auf der Südseite der Galmscheibe tot auffinden. Die Bergung des Opfers erfolgte wegen Einbruch der Dunkelheit erst am Donnerstagmorgen durch die Rega aus Bern.

Gestolpert und abgestürzt

Der Mann kam auf seiner Wanderung von der Alp Galm zur Galmscheibe auf dem Bergweg in steilem Gelände zu Fall und stürzte in der Folge rund 200 Meter in die Tiefe. In den gestrigen Morgenstunden ereignete sich am Wasserngrat bei Saanen ein weiterer Unfall mit tödlichen Folgen: Eine aus zwei Männern und zwei Frauen bestehende Bergwandergruppe war vom Berghaus Wasserngrat (1920 m) in Richtung Turnelssattel (2086 m) und Lauenenhorn (2477 m) unterwegs.

Plötzlich stolperte der an zweiter Stelle gehende Mann auf dem ausgesetzten Bergweg und stürzte 250 Meter weit einen steilen Abhang hinunter. Sein Begleiter aus der Wandergruppe, der unverzüglich zum Verunfallten abstieg, konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Das 61-jährige Todesopfer aus dem Kanton Bern wurde von der vom Stützpunkt Wilderswil herbeigerufenen Rega geborgen. Ueli Gruner als Chef der Bergrettung Saanenland, der an der Bergungsaktion beteiligt war: «Warum der Mann strauchelte, ist nicht nachvollziehbar.»

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