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Von Philipp Kleiser

Von Philipp Kleiser Langnau – Seit 20 Jahren wird im Spinnereiareal Theater gespielt. Das Kleintheater im stillgelegten Turbinenraum – kurz Turbine-Theater – hat sich zu einer festen Grösse gemausert und findet Beachtung weit über die Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinaus. Doch im 21. Betriebsjahr drohte der Kollaps. «Die Sache ist mir über den Kopf gewachsen», gesteht Schauspieler und Turbine-Betriebsleiter Peter N. Steiner. Was war passiert? Das Kleintheater sah sich einem Auseinanderklaffen von Anspruch und Möglichkeiten gegenüber. Künstlerisch haben die Produktionen seit Jahren ein professionelles Niveau erreicht – sowohl die Eigenproduktionen als auch die jährlich rund ein Dutzend Gastspiele. «Amateurhaft» sei die Betriebsführung geblieben, stellt Steiner nüchtern fest: Der Trägerverein Turbine-Theater ist auf ehrenamtliches Engagement seiner Mitglieder angewiesen. Steiner weiss dies zu schätzen. «Doch es kommt Sand ins Getriebe, wenn der Schaltstelle die Luft ausgeht.» Und das Erstellen des Programms, die Betreuung von Website und Programmblatt oder die Vermietung der Räume für private Veranstaltungen und damit verbundene Umbauten und Übergaben brauchen Zeit. «Die Betriebsleitung entspricht etwa einem 30-Prozent-Pensum und ist auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr befriedigend zu bewältigen», sagt Steiner, der gesundheitlich am Anschlag war. Was also tun? Aufgeben? Den Fokus nur noch auf die Eigenproduktionen richten und den Gastspielbetrieb einstellen? «Das wäre schade gewesen», sagt Rainer Feh, Präsident des Trägervereins. Er gelangte an die Gemeinde mit der Bitte um grössere finanzielle Unterstützung, damit sich das Turbine-Theater die zum Betrieb nötigen Teilzeitstellen leisten könnte. Mit den 10 000 Franken, die es bis anhin jährlich von der Gemeinde erhalten habe, habe es eigentlich subventionslos existiert, sagt Feh. Dabei sei das Bedürfnis der Bevölkerung nach einem solchen Kulturbetrieb ausgewiesen. Zustupf auch vom Kanton Nun hat der Langnauer Gemeinderat reagiert. Seit dem 1. Januar subventioniert er neu auch die Tickets. Zusätzlich zu den bisherigen 10 000?Franken an die Eigenproduktion erhält das Turbine-Theater pro nachweisbaren Zuschauer 3 Franken – wobei das oberste Limit bei jährlich 20 000 Franken angesetzt ist. 2010 verzeichnete das Turbine-Theater rund 6300 Besucher. Es wird den Betrag bei gleichbleibender Zuschauerzahl also praktisch ausschöpfen können. «Wir haben den Wert des Turbine-Theaters mit seiner Aussenwirkung sicher höher eingeschätzt als bis anhin», begründet Gemeindepräsident Peter Herzog (CVP) den Schritt. Mit ein Faktor dabei war, dass an den höheren Gemeindezuschuss auch ein Beitrag des Kantons Zürich gekoppelt war. 30 000?Franken wird dieser dem Turbine-Theater aus dem Lotteriefonds entrichten. Neue Stühle geleistet Auf einen Schlag verfügt das Langnauer Kleintheater damit nun über deutlich mehr finanzielle Mittel. Das garantiere eine weiterhin hohe Quantität, Qualität und Kontinuität des Programms, sagt ein zufriedener Peter N. Steiner. Als Erstes wurden nun zwei bezahlte Teilzeitstellen in den Bereichen Kunst/Sekretariat und Technik geschaffen. Steiner stellt aber auch klar: «Der ehrenamtliche Einsatz etlicher Leute ist nach wie vor ein Grundpfeiler unseres Betriebs.» Und finanziell sei man auch künftig nicht auf Rosen gebettet. Immerhin hat sich das Kleintheater nach 20 Jahren nun aber neue Stühle und einen neuen Boden geleistet. «Auch die Bar im Eingangsbereich werden wir aufbessern», sagt Trägervereins-Präsident Rainer Feh.

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