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Vergebliche Opposition

Seit Beginn der neuen Legislaturperiode müht sich Gemeinderat Peter Brudermann redlich ab, auf einen grünen Zweig zu kommen. Meistens bleibt seinen Voten aber der Erfolg verwehrt – so auch bei der letzten Versammlung.

Der neu in den Gemeinderat Selzach gewählte Peter Brudermann von der Freien Liste isst ein hartes Brot. Da der Gemeinderat zu Beginn der Legislatur seinen Antrag ablehnte, der Freien Liste den Status einer Fraktion zukommen zu lassen, ging die Partei letzten Donnerstag bei der Verteilung der knapp 100 Kommissions- und Delegiertenfunktionen leer aus. In den Ratsdebatten stiess er mit seinen teils unkonventionellen Ideen bisher noch nie auf Zuspruch. «Selzach braucht eine Führungskraft mit Visionen und nicht einen Verwalter», postulierte Brudermann, als er letzten Juni Viktor Stüdeli das Amt des Gemeindepräsidenten streitig machte. Dieses Vorhaben misslang deutlich und so versuchte er als «einfaches» Gemeinderatsmitglied auch an der Sitzung vom letzten Donnerstag als Querdenker neue Aspekte in den Politalltag einfliessen zu lassen. Den ersten Versuch startete er bei der Diskussion zum definitiven Standort des neuen Gemeinschaftsgrabes auf dem Friedhof. Ein Projekt, an dem Gemeinderat und Verwaltung seit Ende 2005 werken, als das Postulat einer Einwohnerin zum Thema erheblich erklärt wurde. Geschlossen dagegen Immer wieder führten neue Erkenntnisse zu Änderungen und als am Donnerstag das Geschäft im Gemeinderat erneut auf dem Tisch lag, ergriff auch Brudermann das Wort. Er bemängelte, dass eine Minderheit aus Gemeindepräsident Stüdeli, Bauverwalter Thomas Leimer und Gemeindeschreiber Christoph Brotschi den neuen Standort bestimmen würde. Weiter machte er sich erfolglos dafür stark, dass bei einer so wichtigen Frage die Kirchgemeinde in die Entscheidungsfindung mit einbezogen würde. Ausser Brudermann war der Rat geschlossen der Meinung, dass das Gemeinschaftsgrab, wie vorgeschlagen, südlich der Liegenschaft Weingartenweg 15 seinen definitiven Platz erhalten soll. Einsprachen abgelehnt Erfolglos engagierte er sich auch für zwei Einsprecher, die gegen in Rechnung gestellte Bau- und Anschlussgebühren rekurrierten. Sie gaben an, dass sie bei Bauvorhaben an bestehenden Liegenschaften im Interesse des Umweltschutzes und des Energiesparens Investitionen tätigten. Diese führten zu Mehraufwendungen, die auch in den Gebührenrechnungen ihren Niederschlag fanden. Es sei weder sinnvoll noch der Förderung von ökologischem Denken und Handeln zuträglich, die Leute mit übermässigen Gebühren zu bestrafen, argumentierten sie. Diese Meinung teilte im Rat einzig Brudermann. Er musste sich aber belehren lassen, dass ein Gebührenreglement als Instrument zur Förderung solch an sich löblicher Bestrebungen weder vorgesehen noch geeignet ist.Hanspeter Flückiger >

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