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Urteil im Fall Lucie soll morgen fallen

Gefährliche Straftäter

Zwischen den Taten liegen 16 Jahre, doch sie weisen viele Parallelen auf: Pasquale Brumann und Lucie Trezzini wurden beide von Wiederholungstätern umgebracht; beide Male hatte zuvor das Justizsystem versagt, beide Mal wurde in der Folge der Strafvollzug reformiert. Heute beginnt im Fall Lucie der Prozess.

Der Mord an der 20-jährigen Pasquale Brumann in Zollikerberg hatte 1993 die Schweiz erschüttert. Der Täter war Erich Hauert, ein elffacher Vergewaltiger, zweifacher Frauenmörder und «lebenslänglicher» Insasse im Gefängnis Regensdorf – auf Hafturlaub. Die Diskussion um das Strafrecht und den Umgang mit gemeingefährlichen Verbrechern mündete in der Verwahrungsinitiative, die 2004 vom Volk angenommen wurde. Geschaffen wurde auch eine Fachkommission zur Überprüfung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern.

Als Daniel H., Lucies Mörder, auf Bewährung aus dem Massnahmezentrum Arxhof BL entlassen wurde, kam keine solche Gefährlichkeitskommission zum Einsatz. Die zuständige Aargauer Behörde hatte entschieden, dies sei nicht nötig – obwohl H. als junger Erwachsener bereits beinahe eine Arbeitskollegin getötet hatte. Dies soll bald schweizweit nicht mehr möglich sein.

Die Aargauer Bewährungshilfe, die H. in Freiheit begleiten und überwachen sollte, war stark unterdotiert. Trotz Alarmzeichen schritt niemand entscheidend ein, als Daniel H. einen Drogenrückfall hatte und seine Arbeitsstelle verlor. Ein ausserordentlicher Untersuchungsrichter klärt nun ab, ob sich involvierte Behördenvertreter durch ihr Nichthandeln der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht haben. Nach Lucies Tod wurden im Aargau die Bewährungshilfe aufgestockt und der kantonale Strafvollzug professionalisiert.

Heute und morgen muss sich Daniel H. vor dem Bezirksgericht Baden verantworten. Vor Gericht wird insbesondere die Frage einer lebenslangen Verwahrung diskutiert werden. Morgen soll das Urteil verkündet werden. (tok/sir)

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