Zum Hauptinhalt springen

Urban Mining: Abfälle werden zu Rohstoffen

Die Baudirektion hat sich dem Urban Mining verschrieben. Regierungsrat Markus Kägi erklärte gestern, was mit dem Begriff gemeint ist.

Von Mario Stäuble Zürich – Glas, Altpapier, Batterien, Fernseher: Schweizer gehören beim Recycling zur Weltspitze. Trotzdem stehe man in Sachen Wiederverwertung noch am Anfang, sagte Regierungsrat Markus Kägi (SVP) gestern an einer Medienkonferenz. Im Fokus stehe das sogenannte Urban Mining. Dabei geht es um den Gewinn von Rohstoffen – nicht aus dem Erdboden, sondern aus Abfällen, Schrott und Abbruchmaterial. Kägi stellte gestern einen Massnahmenplan vor, der eine Vielzahl von Projekten zusammenfasst. Gemeinsam ist allen, dass Stoffe nicht mehr einfach entsorgt, sondern wiederaufbereitet werden sollen. Die wichtigsten Punkte von Kägis Plans: Beton wird schon heute rezykliert. Im Tiefbau, wo er hauptsächlich eingesetzt wird, ist aber die Nachfrage nicht gross genug – es gibt einen Überschuss an rezykliertem Material. Zukünftig sollen deshalb öfter auch Gebäude mit Recyclingbeton gebaut werden. Das Problem: Dieser hat in der Baubranche ein schlechtes Image. Kantonsbaumeister Stefan Bitterli: «Wir müssen vor allem die Ingenieure davon überzeugen, dass der rezyklierte Beton nicht minderwertig ist.» Der Kanton geht mit gutem Beispiel voran: Bei der neuen Kleintierklinik der Universität Zürich wurden 60 Prozent rezyklierter Beton verwendet, beim Neubau des Obergerichts sind es sogar mehr als drei Viertel. In Zukunft wird bei allen kantonalen Projekten – soweit technisch möglich – mit rezykliertem Beton gebaut. Laut Bitterli führt die Verwendung von solchem Material nicht zu höheren Baukosten. Schlacke bleibt übrig, wenn in Kehrichtverbrennungsanlagen Abfall verbrannt wird. Diese enthält wertvolle Metalle wie Kupfer oder Aluminium, die wiederum als Rohstoffe verwendet werden können. Seit letztem Frühjahr ist in der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) in Hinwil das Zentrum für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung in Betrieb. Dort tüfteln Fachleute an Verfahren, um Eisen, Kupfer und Aluminium sowie Glas und Keramik effizienter von der Schlacke trennen zu können. 110 000 TonnenKlärschlamm fallen im Kanton Zürich jährlich an. Der Schlamm enthält einen wertvollen Rohstoff: Phosphor – ein wichtiges Düngemittel in der Landwirtschaft. Bis 2015 will der Kanton eine Anlage bauen, wo der Klärschlamm zentral verbrannt werden kann. Der begehrte Phosphor soll dann aus der Asche des Klärschlamms herausgelöst werden. «Wenn wir das schaffen, müssen wir in Zukunft keinen Phosphor mehr importieren», so Franz Adam vom Amt für Wasser, Energie und Luft. «Der Rohstoffkreislauf wäre dann geschlossen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch