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Umstrittene Skulptur ohne Bewilligung aufgestellt

Das bereits platzierte Lichtkunstwerk vor dem Stadttheater in Winterthur wurde erst gestern Freitag öffentlich ausgeschrieben.

Von René Donzé Winterthur – Die Lichtskulptur «Chaos Line» des Künstlers Christopher T. Hunziker hat in der Winterthurer Stadtverwaltung für Wirbel gesorgt. Den rund vier Meter hohen, transparenten Kubus mit farbigen Leuchtröhren hat eine Firma letztes Jahr im Anschluss an ein Skulpturensymposium der Stadt als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Sie platzierte das moderne Kunstwerk vor dem Schloss Wülflingen, das eben erst saniert worden war. Doch dort stiess es nicht nur auf Begeisterung, es entstand eine öffentliche Kontroverse. Stadtpräsident Ernst Wohlwend (SP) schaltete sich ein und fand einen neuen Platz vor dem Stadttheater Winterthur. Vorgestern Donnerstag wurde sie dorthin gezügelt. Doch die Bewilligung für den neuen Standort liegt noch gar nicht vor. Erst gestern wurde das Baugesuch amtlich publiziert. Es läuft eine Rekursfrist von 20 Tagen. Marc Baumann, Gesamtleiter des Theaters, sagt, er habe das Gesuch schon vor Wochen eingereicht. «Doch dann musste ich noch einige Nachbesserungen machen», begründet er die Verzögerung der Ausschreibung. Plötzlich habe es aber pressiert mit der Zügelaktion, weil die Bewilligung für den Platz in Wülflingen im Juli auslief. Keine Anzeige Toni Wachter, Leiter des Bauinspektorats, bestätigt das unübliche Vorgehen der Stadt. Aus seiner Sicht sei es tolerierbar: «Dann sehen die Leute gleich, um was für ein Kunstwerk es sich handelt, und nicht bloss ein Baugespann aus Holz.» Sollten Rekurse eingehen und sollten diese Erfolg haben, wäre die Skulptur auch schnell wieder abgeräumt, sagt Wachter. Allerdings gibt es nur wenige rekursberechtigte Anwohner. Obwohl das Baupolizeiamt erst kurzfristig von der plötzlichen Zügelaktion erfuhr, werde keine Anzeige wegen unbewilligten Bauens eingereicht. «Das machen wir auch bei Privaten nicht wegen jeden Veloschopfs, sondern nur bei groben Vergehen», sagt Wachter.

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