Zum Hauptinhalt springen

Traktoren putzten sich für ihre eigene Street Parade heraus

Frisch poliert und mit Blumen geschmückt rollten gestern alte und neue Traktoren nach Lufingen. Das Traktorentreffen fand zum 7. Mal statt.

Lufingen. - Sonntagmorgen. Die Raver der Street Parade machen sich übernächtigt auf den Heimweg, die Schminke ist zerlaufen. In Lufingen jedoch beginnt eine etwas andere Street Parade : Alte und neue Traktoren rattern mit 25 Stundenkilometern mitten durch das Dorf. Für das Treffen wurden sie eigens herausgeputzt: Der Lack glänzt, frische Blumensträusse schmücken die Motorhauben. Die Besitzer der ländlichen Gefährte sitzen stolz im Sattel. Einer nach dem anderen fährt auf die Wiese beim Gemeindehaus ein, winkt alten Bekannten. Zum siebten Mal haben die «Füürweer-Veterane» das Treffen in Lufingen organisiert. Letztes Jahr seien fast 130 Traktoren gezeigt worden, sagt OK-Präsident Heiri Nöthiger, und jedes Jahr würden es mehr.

Im Festzelt werden bereits die ersten Stangen ausgeschenkt. Besucher versammeln sich neugierig um die antiken und modernen Traktoren, begutachten sie fachkundig und löchern die Inhaber mit Fragen. Besonderes Interesse weckt der Traktor mit Holzvergaser, Jahrgang 1935, der nun um die Ecke kurvt. «Vom Anfeuern bis zum Losfahren dauert es eine Viertelstunde. Das An- und Abstellen ist eine wahre Wissenschaft», erklärt Besitzer Albert Welti aus Freienstein, dessen Grossvater die Maschine zur Kriegszeit gekauft hatte. Während dem Krieg sei Holz eine gute Alternative zum knapp gewordenen Treibstoff gewesen.

Noch älter ist jedoch das Fahrzeug der Marke Hürlimann, Jahrgang 1929, der bereits mit Benzin angetrieben wird. Ebenfalls ein Liebhaberobjekt, das meist nur noch für Treffen aus der Scheune genommen wird. Kleinere Arbeiten erledigt Hansruedi Frei aus Regensdorf jedoch immer noch mit dem ersten Traktor, den sein Vater angeschafft hat: Der «Hürlimann» mit Jahrgang 1954 ist fast unzerstörbar.

Pässefahrt mit 25 Stundenkilometern

Wo Viktor Gerussi mit seinem Traktor schon überall hingetuckert ist, verrät eine ganze Reihe aufgeklebter Bilder: Oberalp-, Grimsel-, Gotthardpass und viele mehr. Jedes Jahr fährt der Regensdorfer mit den «Gotthard-Piloten», einer Gruppe Liebhabern von Oldtimer-Traktoren, eine Woche lang durchs Gebirge. Von den langen Fahrten zeugt auch ein am Kühlergrill festgebundener Teddybär, der schon ziemlich mitgenommen aussieht. Neben den kleinen Oldtimern wirken die modernen Traktoren mit ihren mannshohen Hinterrädern wie Riesen.

Die allerkleinsten Gefährte jedoch sind aus Plastik und verbrauchen weder Diesel noch Holz: Die kleinsten Besucher der Traktorentreffens sind ganz auf ihre Beine angewiesen, als sie sich am Nachmittag ein Rennen mit ihren Trampi-Traktoren liefern.

Ein Traktor ist mehr als ein Arbeitsgerät: Die stolzen Besitzer führten 150 verschiedene Gefährte vor - vom 90-jährigen Oldtimer bis zum modernen Ungetüm.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch