Zum Hauptinhalt springen

Studenten schwitzen für Solarstrom

Angehende Umweltingenieure montieren auf den Dächern des Tuwag-Areals in Wädenswil Fotovoltaik-Anlagen. Das Sonnenkraftwerk wird Strom für 15 Haushalte liefern. Ein Verein, der der Hochschule nahesteht, finanzierte es.

Solarmodule werden auf begrünten Dächern weniger heiss als auf unbegrünten Dächern – das wirkt sich positiv auf ihre Effizienz bei der Stromproduktion aus. Nun werden bei der Fotovoltaiknlage auf der Tuwag-Fabrik Dachbegrünungssubstrate auf ihre Eignung als Untergrund von Solarpanels getestet. Von diesen Tests verspricht sich die ZHAW Erkenntnisse zur Vegetationsentwicklung auf Solardächern im Voralpenraum. (asc) Von Arthur Schäppi Wädenswil – 16 angehende Umweltingenieure, die an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) studieren, bauen derzeit Fotovoltaikanlagen auf die Dächer des Tuwag-Areals in Wädenswil. Künftig wird dort also die Kraft der Sonne in elektrische Energie umgewandelt. Im August soll die Anlage ans Netz gehen. Seit Mitte Juni sind jeweils vier ZHAW Studenten unweit vom Campus Reidbach abwechslungsweise eine Woche lang mit Helm, Bohrmaschinen und Schraubenzieher an der Arbeit. Die Studenten mit Spezialgebiet «Erneuerbare Energien» montieren auf den Dächern der ehemaligen Tuwag-Fabrik und der benachbarten Shedhalle lange Bahnen von geständerten Solarpanels. Auf dem Flachdach kommen die Module über ein Kies- und Schotterbett zu liegen – da ist auch schweisstreibende Schaufelarbeit notwendig. Strom für 15 Haushalte Die beiden Fotovoltaikanlagen werden Modulflächen von je 300 Quadratmetern pro Anlage aufweisen und etwa so viel Strom liefern, wie 15 Haushalte durchschnittlich verbrauchen: rund 75 000 Kilowattstunden jährlich. Fachkundig angeleitet und unterstützt werden die Studierenden bei ihrer Arbeit von zwei «Ehemaligen» der ZHAW Wädenswil, die das Projekt auch geplant haben. Es sind Claudius Bösiger und Roman Brunner. Sie haben im letzten Sommer in Wädenswil ihr Umweltingenieurstudium abgeschlossen und im Frühling gemeinsam ein Unternehmen gegründet, das vorwiegend auf dem Gebiet der Solarenergienutzung tätig ist. «Der Arbeitseinsatz bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihr bisheriges Wissen über Solarenergie direkt in die Praxis umzusetzen», sagt Brunner. Die Studenten gingen «mit recht unterschiedlichem handwerklichem Geschick» ans Werk, seien aber alle hochmotiviert, sagt Bösiger. Für ihre Arbeit erhalten sie 25 Franken pro Stunde. Betrieben werden die beiden Fotovoltaikanlagen von Enertopia – einem nicht gewinnorientierten Verein, der im letzten März gegründet wurde. Ihm gehören rund 50 Mitarbeiter, Sympathisanten oder ehemalige Mitarbeiter des Instituts für Umwelt und natürliche Ressourcen (IUNR) der ZHAW in Wädenswil an. Mit den verzinsbaren Darlehen seiner Mitglieder finanziert Enertopia die Investitionen von total 350 000 Franken. Im Verein ist auch die Tuwag Immobilien AG. Sie stellt die Dachflächen für die Fotovoltaikanlagen zur Verfügung. Naturstrom fürs EKZ-Netz Der künftig auf dem Tuwag-Areal gewonnene Sonnenstrom wird ins Netz der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) eingespeist – und zwar zu einem Abnahmepreis von 39 Rappen pro Kilowattstunde. Bereits vor drei Jahren hatte die Tuwag Immobilien AG geplant, auf ihren Dächern Solarstrom zu produzieren – damals mithilfe eines Ingenieurbüros. Die Verhandlungen mit den EKZ scheiterten jedoch, weil der von der Tuwag errechnete Preis pro Kilowattstunde 70 Rappen betrug. Darauf begann die Zusammenarbeit zwischen Tuwag und ZHAW. Weil die längerfristige Entwicklung der Einspeisvergütungen kaum voraussehbar ist, können die Initianten des Projekts nicht vorhersagen, ab wann die Stromproduktion auf den Tuwag-Dächern wirtschaftlich rentabel wird. Claudius Bösiger schätzt, dass die Kraftwerke in 20 Jahren amortisiert sind. Raphael Hugi, Stephan Hunziker, Benedict Wyss und Adrian Györög (von links) setzen Solarpanels ein. Foto: André Springer

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch