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«SF bi de Lüt» vertreibt Markt

Weil sich das Fernsehen in Winterthur breit macht, fällt der Wochenmarkt aus – zum Ärger der Stammkundschaft.

Von Patrick Kühnis Winterthur – Die Emotionen gehen hoch in den Leserbriefspalten des «Landboten». «Einmal den Markt absagen, ist einmal zu viel», fand eine treue Kundin in der Regionalzeitung. Vor den Ständen habe Empörung und Kopfschütteln geherrscht, als Schilder darauf hinwiesen, dass der Wochenmarkt vom nächsten Freitag ausfalle. Eine andere Kundin hat Verständnis dafür, dass der Aufbau für «SF bi de Lüt» vom Samstagabend schon vorher beginnen müsse. «Gar nicht verständlich finde ich jedoch, dass deshalb der Markt ersatzlos gestrichen wird.» Zumal jetzt Hochsaison für heimisches Obst und Gemüse sei – und die Bauern nun darauf sitzen bleiben. Laut einer Mitteilung von gestern wird das Schweizer Fernsehen schon ab Mittwoch die Steinberg- und Metzggasse belegen, um die Livesendung mit Nik Hartmann vorzubereiten. Dieser rückt Winterthur zur besten Sendezeit in ein gutes Licht. Neben prominenten Gästen wie Bligg, Tinkabelle oder Bernard Thurnheer kommt auch Stadtpräsident Ernst Wohlwend (SP) zum grossen Fernsehauftritt. Weil eine zweistündige Livesendung aus Winterthur eher eine Seltenheit sei, hatte sie auch für die Stadtverwaltung «hohe Priorität», wie Daniel Beckmann von der Gewerbepolizei bestätigt. «Als sich SF ankündigte, haben wir das Gespräch mit der Marktfahrervereinigung gesucht.» Die Idee, den Markt zu verschieben, sei dort aber auf wenig Anklang gestossen. Und wenn die Stadt ihn auf den Neumarkt verlegt hätte, hätte es nur für die Hälfte der Stände Platz gehabt. «Uns blieb nichts anderes übrig, als den Markt schweren Herzens abzusagen», sagt Beckmann.Ob er damit die verärgerte Stammkundschaft überzeugt, ist fraglich. Diese fordert, dass die Stadt den Marktfahrern nun eine Entschädigung bezahlt – wegen des Verdienstausfalls.

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