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Schweiz ohne Alpen, aber keineswegs ohne Seele

Kurz & kritisch Kunst Schaffhausen, Museum Allerheiligen – «Schweiz ohne Schweiz» heisst diese Gruppenschau mit Darstellungen von unspektakulären Gegenden in einem Land, das sich seit Jahrhunderten hauptsächlich über Alpenherrlichkeit definiert. Kurator Markus Stegmann will so dem Klischee der heilen Bergwelt und der in Mode gekommenen Ausstellungen über den Alpenraum entgegenwirken und «alpenlose Landschaften» vom Genfer- bis zum Bodensee in den Fokus stellen. In bunter Zusammensetzung von zeitgenössischer Fotografie und klassischen Gemälden zeigt die Schau einen Querschnitt durch die Schweizer Kunst vom 17. Jahrhundert bis heute. Sie beginnt mit dem Schaffhauser Rheinfall, der sich in der romantischen Malerei von Ludwig Hess ebenso wiederfindet wie auf Michael Lios preisgekrönter Momentaufnahme eines sich tollkühn in den Wasserfall stürzenden Springers. Zeitgenössische Künstler widmen sich der Zersiedelung der Landschaft: Fischli/Weiss mit einer hässlichen Strassenkreuzung irgendwo in der Agglomeration, Nicolas Faure mit einem Autobahnviadukt über fruchtbarem Kulturland. Umweltschutz und «Hüslipest» werden auch von Max Matter («Hungerberg») oder Jean-Frédéric Schnyder («Robidog») humoristisch verarbeitet. Am Ende erlahmt die Schau etwas, doch spürt man durchwegs die Sehnsucht aller Künstlergenerationen nach der idealen (inneren) Landschaft. Bisweilen lauert die Seele unter der Oberfläche – wie in Cécile Wicks wunderbaren Wasserfotografien oder bei Cuno Amiets Schneeschmelze. Die alpenlose Landschaft ist definitiv keine seelenlose. Feli Schindler Bis 26. September. Katalog: Scheidegger & Spiess, ca. 48 Fr. Hügel statt Berge: Merishausen in einer Fotografie von Simone Kappeler. Foto: PD Bildlegende Text. Foto: Vorname Name, Agentur

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