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Schule fühlt sich hintergangen

Stadt- und Gemeinderat in Adliswil sind sich einig: Die Schule soll 2014 in den Stadtrat integriert werden. Die Schulpflege dagegen ist konsterniert.

Von Anja Müller Adliswil – Als historisch wurde im Adliswiler Parlament das Vorhaben bezeichnet, die Schule in den Stadtrat zu integrieren. Zwar ist der Zusammenschluss noch nicht definitiv beschlossen, am Mittwochabend aber einen bedeutenden Schritt nähergerückt. Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung eine Motion von Renato Günthardt (SVP), Peter Barmettler (FDP) und Max Stenz (FW) mit klarem Mehr als erheblich erklärt. Zustimmung gabs quer durch alle Fraktionen. Die Motionäre fordern, das Schulpräsidium auf Beginn der Legislatur 2014 bis 2018 in den Stadtrat zu integrieren. Kurz: eine Einheitsgemeinde zu bilden. Eine zweite Motion von Franco Rossi (SVP), die ebenfalls für erheblich erklärt wurde, fordert eine Zusammenlegung der zwei Liegenschaftsverwaltungen von Schule und Stadt. Der Stadtrat und die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) des Gemeinderats unterstützen beide Vorstösse. «Wir versuchen schon lange, Schule und Stadt zu vereinen», sagte Stadtpräsident Harald Huber (FDP). Die Zeit für diesen Schritt sei nun reif, jedoch sei dafür der Kooperationswille von Schule und Stadt zwingend: «Es ist ein historisches Projekt, und die Anforderungen sind hoch, doch wir werden es schaffen», schwor Huber das Parlament ein. Schule hat kein Verständnis Im Gegensatz zu Stadt- und Gemeinderat ist die Schule alles andere als begeistert vom Vorgehen beim Projekt Einheitsgemeinde. Die Schulpflege sei zwar offen und verweigere sich der neuen Organisationsstruktur nicht grundsätzlich, doch fordert sie laut Schulpräsidentin Rita Rapold, dass die verschiedenen Aspekte und Konsequenzen einer Zusammenlegung im Voraus genau beleuchtet werden – auch von externen Fachpersonen. «Auf diese Forderung ist der Stadtrat aber nicht eingegangen», ärgerte sich Rapold am Tag nach der Ratssitzung. Sie spricht klare Worte: «Wir sind konsterniert. Die Integration der Schule in den Stadtrat ist ein riesiger Prozess, der unserer Meinung nach viel Geld kostet. Der Stadtrat aber geht davon aus, dass diese Reorganisation schnell und zum grossen Teil mit Verwaltungspersonal erarbeitet werden kann.» Unverständlich ist für Rapold auch, dass kein Wort über die finanziellen Aufwendungen verloren wurde. Auch die an der Sitzung verlesene Stellungnahme der Schulpflege wurde vom Gemeinderat mit keinem Wort kommentiert: «Damit wurde viel von unserem Goodwill verspielt.» Der Adliswiler Stadtrat wird nun eine Arbeitsgruppe bilden, um das Projekt Einheitsgemeinde voranzutreiben. Später wird die nötige Revision der Gemeindeordnung dem Volk zur Bewilligung vorgelegt werden.

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