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Schüler zu vernetztem Denken animieren

Hanspeter Meier engagiert sich als Sekundarlehrer in Bülach für Globe. Seine Schüler erforschen ihre Umwelt und lernen sie so besser verstehen.

Stadel/Bülach. - «Zurzeit sind in der Schweiz 125 Schulen international tätig», sagt der Windlacher Hanspeter Meier, seit über 30 Jahren Sekundarlehrer in Bülach. Globe (vgl. Box) fördere den Zugang zu Wissenschaft, Mathematik und Technik. Dies kann praktisch so aussehen: Eine Klasse misst einen Monat lang die Temperaturen. Sofort entstehen Fragen wie: Wo messe ich am besten? Um welche Zeit messe ich? Weshalb messen wir zur Zeit des Sonnenhöchststandes? Was bewirkt der Wind? Welches ist die Umrechnungsformel für Celsius in Fahrenheit? Eine Partnerklasse in den USA misst nämlich die Temperaturen auch, gibt diese aber in Fahrenheit an. Die Klassen schreiben Protokolle, erstellen Grafiken und tauschen das Erforschte untereinander aus. Dabei können sie auch Fremdsprachen anwenden.

Kein Zusatzaufwand

Bereits ab der 3. Primarklasse kann man bei Globe teilnehmen. «Das Programm lässt sich in den bestehenden Lehrplan einbetten und bedeutet keinen Zusatzaufwand für die Lehrpersonen», sagt Meier. Interessierte müssen sich einzig bei Globe anmelden und einen Basiskurs von einem halben Tag besuchen. Messmöglichkeiten und Protokolle stellt Globe auf seiner Website zur Verfügung.

Anwenden lässt sich das Programm im Rahmen von Geografie, Physik, Chemie, Sprachen oder Soziologie. Die meisten Klassen beginnen mit dem Bereich Atmosphäre, Wetter und Klima. Schülerinnen und Schüler lernen das System Erde über fünf Hauptthemen kennen: Wetter/Klima, Wasserqualität, Boden, Veränderung der Landnutzung, und Pflanzen/Tiere/Jahreszeiten.

Auch mit seinen eigenen Klassen macht Meier vor allem Wetter-, Wasser- und Bodenmessungen. Dazu hat er in Zusammenarbeit mit der Berufswahlschule Bülach ein Wetterhaus kreiert, welches mit einem Bausatz selber hergestellt werden kann. «Die Messungen werden mit standardisierten Instrumenten, die bei Globe bezogen werden können, durchgeführt», sagt er. Die Jugendlichen seien motiviert, interessiert und wollten sich auch mit Gleichaltrigen austauschen.

Schülerin referierte an der ETH

Dazu hatten seine Schülerinnen und Schüler immer wieder Gelegenheit. Mit den Jugendlichen der damaligen Sekundarklasse war Meier 2005 in Tschechien, wo jedes Jahr sogenannte Globe-Games durchgeführt werden. In einem Wettstreit zeigen die Jugendlichen einander, was sie gelernt haben. Meier möchte dereinst auch Globe-Games in der Schweiz durchführen. Mit einer anderen Klasse nahm er an einem Anlass zum Schwerpunktthema Erdbeben an der ETH Zürich teil. «Da wurde uns ein spezielles Messgerät zur Verfügung gestellt. Das hat die Schülerinnen und Schüler sehr motiviert.» Eine Schülerin habe sogar ein Referat in dieser ehrwürdigen Umgebung gehalten. Das werde sie wohl nie mehr vergessen.

Im April dieses Jahres organisierte Meier die Europäische Konferenz von Globe in Bülach. Dabei ging es um die Renaturierung von Kiesgruben. Globe arbeitete mit der Firma Holcim zusammen und besichtigte die Abbaugebiete im Rafzerfeld. «In unserer komplexen und vernetzten Welt ist es wichtig, gute und sinnvolle Fragen zu stellen, wie unsere Umwelt funktioniert», sagt Meier. Dies würden die Schülerinnen und Schüler mit Globe und dem Forschen im eigenen Lebensraum lernen.

Meier legt Wert auf die Feststellung, dass Globe, in deren dreiköpfiger Landesleitung er sitzt, keine Umweltschutzorganisation wie der WWF ist. Ab und zu komme es jedoch zu einer punktuellen Zusammenarbeit. Globe habe zum Ziel, den Jugendlichen die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu machen und ihre Sinne für die Zusammenhänge der Umwelt zu schärfen. Meier hofft, dass diese Reflexion dann auch auf ihr eigenes Verhalten Einfluss hat.

Hanspeter Meier in der Bülacher Altstadt: «In unserer komplexen Welt ist es wichtig, zu fragen, wie unsere Umwelt funktioniert.»

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