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Ruedi Zesiger: «Das Herz hat entschieden»

Der neue Geschäftsführer weiss, worauf er sich einlässt. Ruedi Zesiger hilft bereits zum zweiten Mal, den SCL zu retten.

Da steht er also, der neue Geschäftsführer der SCL Tigers. Er trägt einen schwarzen Anzug, schwarze Schuhe und ein hellbraunes Hemd. Eine Schar von Medienleuten umringt ihn, stellt immer wieder die gleiche Frage: Warum gibt er, Zesiger, seinen gut bezahlten Job als Sportreferent, als persönlicher Mitarbeiter von Bundesrat Ueli Maurer, auf, um die Geschäftsführung bei den SCL Tigers anzunehmen? Um jenes Himmelfahrtskommando zu dirigieren, das den Tiger am Leben erhalten soll, das trotz grösster Sparanstrengungen für nächste Saison ein Minus von 920000 Franken budgetiert? Der 50-Jährige gibt geduldig Auskunft, spricht von einem «Herzentscheid». «Wenn ich es ruhig haben möchte, hätte ich das Amt nicht angenommen.» Aber die SCL Tigers seien für die Region enorm wichtig – und der Rettungsverein um Peter Jakob «die letzte Chance für den Klub». Zwei Jobs auf einmal Auch Bundesrat Maurer kenne die Wichtigkeit der SCL Tigers, berichtet Zesiger. Deshalb habe er sich einverstanden erklärt, dass Ruedi Zesiger bereits vor Ablauf seiner viermonatigen Kündigungsfrist die Tigers-Geschäftsführung übernimmt. Die Details seien noch zu regeln – in einer ersten Phase werde er morgens, «wenn es sein muss, ab 5 Uhr», in Langnau für die Tigers arbeiten, ab 7.30 Uhr in Bern für Bundesrat Maurer und abends wieder in Langnau. Peter Jakob ernannte Ruedi Zesiger früh zum Wunschkandidaten, denn er sei «ein hervorragender Kommunikator und kennt sehr viele Leute». Die beiden sind alte Bekannte, Jakob ist auch Hauptsponsor der von Zesiger gegründeten Unihockey Tigers. Vor vierzehn Tagen hat Zesiger für den Job bei den SCL Tigers zugesagt – falls Jakob und Co. das Ruder übernehmen. Damals, in der 1.Liga Schon vor bald zwanzig Jahren stand der SCL vor dem Aus. Mit nahezu 1 Million Schulden stieg der Klub 1991 in die 1.Liga ab. Alt SVP-Grossrat und Gemeindepräsident Fred Wenger übernahm das Präsidium und bat Parteikollege Zesiger, der seit kurzem im Grossen Rat sass, um Hilfe. Dieser sagte zu, nahm im Vorstand Einsitz – und als der damalige Geschäftsführer Simon Schenk 1995 Nationaltrainer wurde, trat Zesiger seine Nachfolge an. Bis dahin arbeitete er hauptberuflich als Primarlehrer in Schangnau. Die Gemeinde gewährte ihm ein Jahr unbezahlten Urlaub – aber Zesiger blieb länger, bis nach der Rückkehr in die NLA, bis 1999. Und nun tritt der vierfache Familienvater, der nach wie vor in Schangnau wohnt, ein zweites Mal an. «Es muss Herzblut fliessen», sagt Zesiger, «aber Herzblut, das nährt, nicht solches, an dem man verblutet.» Deshalb werde man keine finanziellen Abenteuer eingehen und auch mal Nein sagen, wenn die Fans gerne ein Ja hätten. Gegenseitiges Vertrauen Eine der ersten Aufgaben von Ruedi Zesiger wird das Engagement eines dritten Ausländers sein. Zudem gelte es, Ideen zu sammeln, wie das 920000-Franken-Minus im Budget für die kommende Saison reduziert werden könnte. Einen Arbeitsvertrag hat er noch nicht unterschrieben. «Wir vertrauen uns», sagt Zesiger, «das ist das Wichtigste.» Markus Zahno>

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