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«Pizza ist keine Sünde, sondern sündhaft lecker» Fitness und Wellness in Waltikon

Personaltrainer Dave Dollé mag das süsse Nichtstun und trainiert selber nur zwei Stunden pro?Woche.

Ausbaupläne in Zumikon Mit Dave Dollé sprach Nicole Trossmann Pardon, Herr Dollé, aber wozu braucht es einen Personaltrainer? Trainieren kann man auch allein. Selbstverständlich. Sie können auch allein ein Haus bauen. Aber ein Profi tut es zügig und effizient. Ein Personaltrainer schneidert Ihnen ein individuelles Trainingsprogramm auf den Leib. So erzielt er sichtbare Resultate in kurzer Zeit. Zum Vergleich: Hemden ab Stange sind mir an den Armen immer unsäglich kurz. Beim XL-Hemd stimmen die Ärmel, aber der Rest wirkt wie ein Sack. Ich sehe also in jedem Fall doof aus. Darum leiste ich mir massgeschneiderte Hemden. Aber um fit zu sein, braucht es keinen teuren Personaltrainer. Ein Hund reicht. Wer glaubt, er sei fit, weil er täglich zwei Stunden mit dem Hund spazieren geht, den muss ich enttäuschen. Ebenso Menschen, die häufig joggen: Die haben Ausdauer, ganz klar. Aber der Erfolg, was Muskelaufbau, Koordination, Beweglichkeit angeht, ist gleich null. Lasse ich jemanden, der nur joggt, 30 Liegestützen machen, den Yogakopfstand oder drei Bälle jonglieren, hat er keine Chance. Wirklich fit ist nur, wer richtig und gesund trainiert – kurz: ganzheitlich. Da kann ein Personaltrainer viel bewirken. Ich mache orientalischen Tanz und Karate. Ist das schon ganzheitlich genug? Ich könnte mich nämlich nie motivieren, an einem Fitnessgerät Übungen abzuspulen. Oder brauche ich vielleicht einen Personaltrainer? Sind Sie zufrieden mit Ihrer sportlichen Aktivität? Durchaus. Bestens. Dann lassen Sie es dabei. Mehr machen könnte man immer. Doch wichtig ist, wie gesagt, der ganzheitliche Ansatz. Gerade ältere Philosophien wie die fernöstlichen Kampfkünste zeichnen sich dadurch aus: Sie haben ruhig-meditative und dynamisch-intensive Komponenten, Technik wird trainiert genauso wie die mentale Stärke, Kraft ist ein Thema, die Atmung sowieso. Dies strebe ich in meinen Privatstunden an. Trainieren Sie während derselben eigentlich mit? Nein. Ich zeige die Übungen vor, aber ich bin kein Sparringpartner. Sondern Motivator, Coach, Trainer. Ich gebe rund 30 Stunden pro Woche; trainierte ich jedes Mal mit, wäre ich völlig fertig. Wie lange trainieren Sie für sich? Zwei Stunden. Pro Tag? Nein, pro Woche. Bloss? Jetzt bin ich enttäuscht. Ich kenne meinen Körper genau und weiss exakt, wie ich trainieren muss, um effizient Resultate zu erzielen. Sie sagten vorhin, als Personaltrainer sei man auch Motivator. Wie stellen Sie das an bei einem leidenschaftlichen Couchpotato? Gar nicht. Solche Leute kommen nicht zu mir. Meine Kunden wollen einen gesünderen Lebensstil, wollen aktiv sein, sich wohlfühlen in ihrem Körper, ihn formen, abnehmen. Manchmal schenkt zwar ein Mann seiner Frau einen Gutschein. Das sollte aber nur passieren, wenn sie sich ein persönliches Training gewünscht hat. Sonst hängt der Haussegen schief. Ihr Fitnesszentrum steht in Zumikon. Ist die Goldküste eine Goldgrube für einen Personaltrainer? Man sollte schon dort sein, wo die Kundschaft ist. Ich muss nicht versuchen, einem Eskimo Eis zu verkaufen. In Schlieren könnten Sie wohl nicht für 60 Minuten 275 Franken verlangen. Dieser Preis ist doch völlig überrissen. Ich werde ihn sogar noch nach oben korrigieren. Als Unternehmer richte ich mich nach dem Markt. Abgesehen davon bin ich unheimlich gut. Im Ernst: Ich muss die erwartete Leistung auch bringen. Meine Kunden sind erfahren, haben schon diverse Personaltrainer gebucht. Da wird gnadenlos verglichen. Wenn sie sähen, dass bei mir alles nur Schall und Rauch wäre, könnte ich einpacken. Sie trainieren als Promi Promis. Das hilft sicher. Mein Bekanntheitsgrad ist irrelevant. Ich bin 42 und habe mein ganzes Leben dem Sport gewidmet; ich kann den Leuten viel mit auf den Weg geben. Trotzdem: Eine Privatstunde können sich nur Gutbetuchte leisten. Dass nur die Schickeria zu mir kommt, ist ein Klischee. Ich habe Stammkundinnen, die ich dreimal pro Woche trainiere; zugegeben, das wird nicht gerade billig. Aber es kann sich auch jemand mit einem kleinen Budget eine einzelne Stunde leisten; das gibt viel neue Inspiration. Zudem gibt man mit meinem Training nicht nur Geld aus, man spart auch welches. Wie das? Ich trainierte mal monatelang einen Amerikaner, wir machten viel Sprinttraining, draussen. In den Ferien mit seiner Frau entriss ihr dann plötzlich ein Dieb die Handtasche, rannte davon – und mein Kunde hinterher. Er jagte ihn um mehrere Häuser, bis er ihn einholte. Der Dieb liess die Tasche erschreckt fallen und machte sich aus dem Staub. Sie arbeiten nicht nur in Zumikon, sondern wohnen auch hier. Was gefällt Ihnen hier? Zumikon ist grün, ruhig, nah bei Zürich. Überhaupt habe ich einen Bezug zur Region: Mein Vater führte ein Gartenbaugeschäft in Erlenbach. Als ich nach Zumikon zog, erkannten mich sogar einige ehemalige Kunden meines Vaters. Was gefällt Ihnen nicht an Zumikon? Ich habe keine Seesicht. Sie sind enorm sportlich. Doch Hand aufs Herz: Sündigen Sie nie? Rauchen Sie heimlich? Essen Sie Schokolade, Pizza, Pommes? Trinken Sie mal ein Gläschen über den Durst? Ich rauche nicht, weder heimlich noch sonst wie. Allen anderen Genüssen fröne ich gern. Und Pizza ist keine Sünde – sondern sündhaft lecker! Heisst das, auch Sie lassen sich zuweilen so richtig gehen, fläzen in den Ferien mal einen ganzen Tag lang faul im Liegestuhl herum? Das mach ich oft, zu Hause. Dafür brauche ich keine Ferien. Apropos zu Hause: Trainieren Sie eigentlich auch Ihre Frau? Ein Personaltrainer sollte auf alles achten; wie seine Kundin trainiert, wie oft, was sie trinkt, was sie isst und wann sie zu Bett geht. Dem Ehefrieden zuliebe lasse ich das lieber. Zumikon – Seit einem Jahr betreibt Dave Dollé sein Fitnesszentrum in Zumikon. Davor war er fünf Jahre in einem kleineren Lokal eingemietet. 2007 eröffnete er ein Zentrum in Zürich. In den Zentren offerieren Dollé «functional fun fitness» für alle Altersgruppen. Das Angebot reicht von Gewichtsreduktion und Muskelaufbau über Ernährungsberatung bis zum sportspezifischen Fitnesstraining. Nun plant Dollé in Zumikon zu expandieren: Das Zentrum soll ins neue Einkaufszentrum Schwäntenmoos im Zumiker Ortsteil Waltikon einziehen, wo ein regelrechter Fitnesstempel entstehen soll – mit Wellnessbereich, Sauna, Spa, Dampfbad, Jacuzzi – und natürlich einem grossen Fitnessstudio. Die Eröffnung ist auf Frühling 2013 angedacht. (tro) www.davedolle.com Dave Dollé: «Dass nur die Schickeria zu mir kommt ist ein Klisché.» Foto: Manuela Matt

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