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Pfosten rettet Dach am Wädenswiler Busbahnhof

Der Widerstand gegen den Witterungsschutz war gross, umso überraschender kommt die Einigung.

Von Bettina Ledergerber Wädenswil – Seit sechs Jahren existiert der Witterungsschutz beim Bahnhof Wädenswil nur auf dem Papier – als Idee auf Skizzen der Architekten. Seit sechs Jahren wird das Projekt von Instanz zu Instanz weitergezogen. Eine Einigung zwischen der Stadt und den Gegnern schien unmöglich. Bis gestern: Wie der Wädenswiler Stadtrat mitteilte, hat er sich mit den Opponenten einigen können. Diese verzichten auf weitere Einsprachen und akzeptieren den Bau des Busbahnhofdachs «Welle» in der heute bewilligten Form. Bis zum Herbst stellt die mit dem Bau der Überdachung beauftragte Firma nun die einzelnen Elemente der Konstruktion her. Damit könnte die «Welle» bis Ende Jahr fertiggestellt sein. Ein Pfosten als Zugeständnis Eingeläutet hat die Wende das Baurekursgericht im April dieses Jahres, als es erneut eine Einsprache von Anwohnern und Geschäftsinhabern rund um den Bahnhofplatz abgelehnt hat. Die Rekurrenten verzichten laut Mitteilung des Stadtrats nun auf den Weiterzug ans Verwaltungsgericht. Im Gegenzug kommt ihnen die Stadt Wädenswil entgegen. Wie Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) gestern bestätigte, wird ein Pfosten vor dem Haus zum Merkur aufgestellt. Dieser soll helfen, Passanten besser vor den vorbeifahrenden Bussen zu schützen. Zudem brachten die Opponenten Wünsche bezüglich des verwendeten Materials an. Zum Beispiel müssen die Bauherren bei der seitlichen Begrenzung des Dachs Milchglas und keine anderen Materialien verwenden, damit das Dach schlichter wirkt. Stadtpräsident Kutter zeigte sich gestern froh darüber, mit dem Witterungsschutz einen Schritt weiterzukommen: «Ich freue mich insbesondere für die Pendler. Sie mussten lange auf das Dach warten.» Die Stadt habe viele Hürden nehmen müssen, um ans Ziel zu kommen. Kutter übt aber auch Selbstkritik. «Die Kosten für die ursprünglich geplante ‹Wolke› waren zu tief berechnet, und die externen Fachleute haben es nicht gemerkt. Da müssen wir in Zukunft kritischer sein.»Ans Licht kam 2010, dass die «Wolke» das Budget gesprengt hätte. So wurde aus der «Wolke» das schlankere Projekt «Welle», das – wie sich erst im Nachhinein herausstellte – 350 000 Franken teurer wird. Für die Erneuerung des Bahnhofplatzes rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von 4,9 Millionen Franken. Parlamentarier erleichtert Die Mehrkosten riefen auch eine Arbeitsgruppe der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) des Gemeinderats auf den Plan, die den Ablauf des Projektes analysierte. In ihrem Bericht empfiehlt sie, in der Abteilung Planen und Bauen einen Advocatus Diaboli damit zu beauftragen, schwierige Projekte zu begleiten. Zudem müsse die Stadt über solche Projekte offener und früher kommunizieren, keine Entscheide überstürzt fällen und alle Abläufe künftig stärker hinterfragen, schreibt die Arbeitsgruppe. Sie hält fest: «Umfang und Komplexität des Projekts und erst recht die technischen und finanziellen Unsicherheiten begünstigten das Klima und den Nährboden für die Gegnerschaft.» Gemeinderäte durch alle Parteien begrüssten gestern die Einigung. «Es wurde eine gute Lösung gefunden», sagte etwa Willy Rüegg (SP). «Ich bin froh, dass die Rekurrenten einsichtig geworden sind.» Der Rekurrent, der an vorderster Front gegen den Witterungsschutz kämpfte, wollte aber keine Stellung nehmen.

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