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Pfäffiker Heli soll die Konkurrenz ins Rotieren bringen

Die Firma Marenco will mit einem Hightech-Fluggerät die Weltmärkte erobern.

Von Frederic Papp Pfäffikon/Mollis – Kurz nach 9 Uhr enthüllte Marenco-Geschäftsführer Martin Stucki gestern auf dem Flugplatz Mollis GL den ersten Prototyp eines Helikopters mit dem komplizierten Namen Swisshelicopter SKYe SH09. Seine Rotorblätter – fünf an der Zahl – überragen die Köpfe der Zuschauer um mehrere Meter. Der in Rot gehaltene Helikopter wirkt grösser als diejenigen neben ihm. Von vorne betrachtet erinnern die markanten Cockpitfenster an Augen einer Riesenlibelle. Das jüngste Kind der Helikopterwelt sieht nicht nur gut aus, seine Schöpfer versprechen auch, dass es besser ist als die Konkurrenten. Es soll voraussichtlich 2,5 bis 3 Millionen Franken kosten. Konkurrenzprodukte wie zum Beispiel der Helikopter Ecureuil aus dem Hause EADS sind rund 30 Jahre alt. Eine grundlegende Neuentwicklung hat seither nicht stattgefunden. Kein Wunder, klagt die Kundschaft über diverse Mängel. Nach Auskunft von Martin Stucki sind die herkömmlichen Helikopter dieser Klasse sehr teuer im Unterhalt, verursachen hohe Lärmemissionen, und der Sitzkomfort ist ungenügend. Mollis statt Dübendorf Der einmotorige Hauptrotor ist nach Stucki wesentlich wartungsärmer und braucht weniger Treibstoff. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 270 Stundenkilometern gilt er als der schnellste mit nur einer Turbine ausgerüstete Leichthelikopter. Die fünf Rotorblätter sorgen für weniger Vibration und im Endeffekt für weniger Lärm. Im Helikopter finden bis zu acht Personen Platz. Die Sitze lassen sich individuell verstellen. Im Fokus des 30 Mann starken Techniker- und Ingenieurteams in Pfäffikon stand beispielsweise, dass der Heli auf dem rund 4500 Meter hohen Matterhorn bei einer Aussentemperatur von minus 20 Grad Celsius gefahrlos schweben und Rettungen ausführen kann. Obwohl die Entwicklung des Helikopters in Pfäffikon stattfindet, plant die Firma, die Produktion bestimmter Elemente und die Endmontage nach Mollis zu verlagern. Die meisten Komponenten lässt Marenco von Partnern produzieren, die circa zu 50 Prozent schweizerischer Herkunft sind. Die Verhandlungen mit Behörden seien im Gang, sodass der erste Heli in vier Jahren ausgeliefert werden könnte. «Je nach Auftragslage werden in Mollis 40 bis 100 Arbeitsplätze geschaffen. Vor allem für Ingenieure, Techniker und Flugzeugmechaniker», sagt Stucki.Gegen die Ansiedlung der Produktionsstätte auf dem Flughafen Dübendorf sprachen gemäss Martin Stucki drei Gründe: Die Weiternutzung des Flughafens Dübendorf stehe in den Sternen, der Hauptsitz der Firma liege im glarnerischen Niederurnen, und die Wetterlage für Testflüge sei in Mollis besser als im Zürcher Oberland. Jungfernflug steht noch aus Auch wenn Marenco bestimmte Entwicklungsarbeiten mittelfristig von Pfäffikon nach Mollis verlegen will, wird der Standort Pfäffikon nicht aufgegeben – im Gegenteil. «Wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren zu den bestehenden 30 Stellen 15 neue Stellen schaffen.» Bis anhin flog der neu entwickelte Heli nur virtuell. Der Jungfernflug steht ihm noch bevor. Die ersten Testflüge sind 2012 eingeplant.Der Bedarf an Helikoptern dieser Klasse ist beträchtlich. Die weltweite Nachfrage wird von Martin Stucki auf rund 8000 Stück in den kommenden zehn Jahren geschätzt. «Unsere Unternehmung hat gute Chancen, als Marktplayer mit Gewicht mitzuspielen.» Martin Stucki, Geschäftsführer der Firma Marenco, präsentiert den neuen Helikopter. Foto: David Kündig

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