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Nun plant Migrol Wohnungen über der Tankstelle mit Shop

Migrol legt ein überarbeitetes Projekt für eine Tankstelle mit Shop in der Adliswiler Wohnzone auf. Die Anwohner künden bereits Widerstand an.

Von Philipp Kleiser Adliswil – Migrol gibt nicht auf. An der Ecke Zürichstrasse/Tiefackerstrasse in der Stadt Adliswil will sie eine Tankstelle mit einem Migrolino-Shop erstellen – und darüber ein Mehrfamilienhaus. Das fast sechs Millionen Franken teure Projekt liegt derzeit auf dem Adliswiler Bauamt auf. Es ist nicht das erste Projekt von Migrol an besagter Stelle. Vor zwei Jahren wurde bereits ein Baugesuch eingereicht – das Mehrfamilienhaus fehlte allerdings damals in den Plänen. Die Idee einer Tankstelle in einem als Wohnzone deklarierten Gebiet sorgte nicht nur bei den Anwohnern für Empörung. Sie erhielt von der Adliswiler Baukommission auch eine Abfuhr. Reine Gewerbebauten seien auf dem 1700 Quadratmeter grossen Grundstück nicht adäquat, da es sich um eine Wohnzone handle. Auch das kantonale Baurekursgericht stellte sich auf die Seite der Stadt, indem sie den Rekurs von Migrol abblitzen liess. Shop bis 22 Uhr offen Das neue Projekt zeigt: Migrol hat ihre Hausaufgaben gemacht. Zehn Wohnungen auf zwei Stockwerken sind im Gebäude über der Tankstelle geplant. Der Wohnbereich erstreckt sich dabei in innovativer Weise vom Shop über die Betankungsplätze der Tankstelle. Die Anzahl der Betankungsplätze (sechs) und die Grösse des Shops (120 Quadratmeter) erfahren gegenüber dem ersten Konzept keine Änderung. Auch die Zu- und Wegfahrt zum Migrol-Areal ist nach wie vor auf den ersten Metern der Tiefackerstrasse vorgesehen, unmittelbar vor Beginn der Tempo-30-Zone. Angepasst sind die Öffnungszeiten des Shops, nämlich abends nur bis 22 Uhr. Skepsis der Anwohner bleibt Mit diesen Änderungen sollte das Projekt gemäss Migrol in die «Wohnzone mit Empfindlichkeitsstufe III» passen. Der geforderte Wohnanteil von mindestens 50 Prozent wird mit 76 Prozent erfüllt. Ob es für eine Baubewilligung reicht, ist noch nicht beschlossen. Gemäss Alois Ebnöther, Leiter des Ressorts Hochbau in Adliswil, ist der Entscheid in ein bis zwei Monaten zu erwarten. So oder so muss sich Migrol auf Opposition einstellen – von den Anwohnern. Bereits im Mai 2009 hatten 100 Anwohner einen Brief unterschrieben, mit dem sie gegen die geplante Tankstelle mit Shop protestierten. Sie befürchteten mehr Verkehr im Quartier, Lichtemissionen und eine hektische Betriebsamkeit rund um die Parzelle. Wohnungen über dem Shop und der Tankstelle werden die Befürchtungen der Anwohner wohl nicht aus der Welt schaffen. Das zeigen auch erste Reaktionen aus der Bevölkerung. Viele hätten bereits den Baurechtsentscheid verlangt, sagt Alois Ebnöther. Anwohner reden von Schwindel Herbert Cadosch von der unmittelbar an das Grundstück angrenzenden Wohngenossenschaft Heimet Adliswil spricht salopp von einem Schwindel. Es komme das gleiche Tankstellenprojekt, einfach mit Wohnbauten darüber: «Fast, wie wenn man etwas kaschieren will. Wir werden das nicht akzeptieren.» Cadosch betont aber – wie andere Befragte, die ihren Namen vorderhand nicht in der Zeitung lesen wollen –, dass sich noch keine Gegnerschaft formiert hat: «Wir werden erst nach einem allfällig positiven baurechtlichen Entscheid der Stadt Adliswil aktiv.» Migrol will nicht aufgeben Migrol-Unternehmensleiter Daniel Hofer ist sich bewusst, dass Einsprachen das Projekt verzögern könnten. Aufgeben komme aber nicht infrage: «Die Lage des Standortes überzeugt uns. Die Erfahrung von anderen Standorten lehrt uns auch, dass die anfänglich skeptischen Bewohner der umliegenden Häuser sehr bald zu guten Kunden werden.» «Fast, wie wenn man etwas kaschieren will. Wir werden das nicht akzeptieren.» Herbert Cadosch, Anwohner

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