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Misstöne um die Musikinsel

Eklat bei den Freunden der Klosterinsel Rheinau: Der Vorstand plant den geschlossenen Rücktritt.

Von René Donzé Rheinau – Der Verein Pro Insel Rheinau setzt sich seit über zehn Jahren für eine sinnvolle Nutzung der ehemaligen Klosterinsel im Rhein ein. Und noch nie war er so nah am Ziel: Seit letztem Herbst ist klar, dass der Kanton rund 43 Millionen Franken in die historischen Räume und einen Neubau investieren will, um ein Musikzentrum aufzubauen und Schulräume einzurichten. Christoph Blocher spendet 20 Millionen Franken für den Betrieb der Musikinsel. Ausgerechnet jetzt spalten sich die Förderer der Insel in zwei Gruppen. Auf der einen Seite steht der Rheinauer Historiker Stefan V. Keller und die von ihm mitbegründete Gesellschaft der Trinkstube zu Rheinau. Er wehrt sich vehement gegen den «wüsten Glaspalast», den der Kanton direkt beim Eingang zur Anlage «hinklotzen» will. Auf der anderen Seite steht SVP-Kantonsrätin Inge Stutz, Präsidentin des Vereins Pro Insel Rheinau. Sie ist zwar vom Neubau «auch nicht begeistert», wie sie sagt. Doch sei eine Opposition zu diesem Zeitpunkt verfrüht, da noch viele Fragen offen sind. Am Montag wollten Vertreter der Trinkstube den Vorstand verpflichten, sich aktiv gegen den Neubau zu wehren. Sie argwöhnten, Stutz würde vor dem Kanton in die Knie gehen. Nach heftiger Diskussion wurde der Antrag in abgeschwächter Form mit Zweidrittelmehrheit angenommen. Nicht das Resultat an sich verärgert Stutz: «Aber ich lasse mir nicht vorwerfen, dass ich mich vom Kanton erpressen lasse.» Auch andere Vorstandsmitglieder sind empört. Ex-Fernsehfrau Ellinor von Kauffungen hat bereits den Rücktritt eingereicht: «Ich sehe mich nicht als Erfüllungsgehilfin der Bewahrer und Verhinderer, sondern möchte meine Kräfte darauf konzentrieren, dass neues Leben auf die Klosterinsel einzieht.» Auch Kommunikationsmann Matthias Knill ist zurückgetreten. Stutz behält sich diesen Schritt ebenfalls vor. An einer Vorstandssitzung werde demnächst ein geschlossener Rücktritt diskutiert. Stefan?V.?Keller spricht von einer Trotzreaktion. Damit laufe der Verein Gefahr auseinanderzufallen, was er nie und nimmer beabsichtigt habe.

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