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Millionär bedrohte Passantin

Ein begüterter Autofahrer aus Thalwil hat in Horgen der Mutter eines Kleinkinds mit Schlägen gedroht. Er erhielt dafür eine bedingte Geldstrafe.

Von Attila Szenogrady Der Vorfall ereignete sich am 27. März 2009. Damals war ein heute 68-jähriger Millionär aus Thalwil mit seinem BMW in Horgen unterwegs. Um 9.45 Uhr fuhr er durch die Seegartenstrasse und nervte sich über eine heute 36-jährige Fussgängerin, die ihm mit ihrer zweijährigen Tochter den Weg versperrte. Fest steht, dass der Beschuldigte von hinten bis auf einen Meter zur Passantin aufschloss – worauf sich die Mutter umdrehte und den Lenker zu beschimpfen begann. Der Angeklagte führte später sogar aus, dass die wütende Frau seinem Wagen einen Tritt versetzt habe. Jedenfalls stieg der Autolenker aus und ging mit erhobenen Fäusten auf die Mutter los. Dabei machte er ihr klar, dass er nun für nichts mehr garantieren könne. Die Frau erstattete später Strafanzeige und konnte während der Untersuchung zwei am Tatort anwesende Passanten als Zeugen präsentieren. Die beiden Männer bestätigten, dass der Kaufmann der Mutter Angst eingejagt habe. Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft lastete dem Thalwiler Senior Drohung und Tätlichkeiten an und verlangte neben einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 190 Franken eine Busse von 2900 Franken. Bereits das Bezirksgericht Horgen sah im letzten April eine Drohung als erwiesen an. Es verurteilte den betuchten Rentner zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 150 Franken. Obwohl das Gericht bei den Tätlichkeiten zu einem Freispruch kam, legte der Beschuldigte Berufung ein. Das Obergericht bestätigte nun das Horgner Urteil. Beim hochgewachsenen Angeklagten handle es sich nicht um einen schwächlichen Chorknaben, machte der Referent klar. Es blieb deshalb bei der bedingten Geldstrafe. Allerdings muss der Thalwiler nun nicht nur die Berufungskosten von 3000 Franken tragen, sondern der Gegenseite aucheine Prozessentschädigung von 2000 Franken entrichten.

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