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Kritik der Lehrer wird langsam leiser

Die Bildungsreformen waren am Lehrertag erneut das Hauptthema. Im

Wie können Reformen gelingen? Was entscheidet über Erfolg und Scheitern einer Reform? Welche Reformen im Bildungswesen braucht es wirklich, welche nicht? Diese Fragen standen im Zentrum des kantonalen Lehrertags, der gestern in Olten stattfand. Und – so viel vorweg: Kritik gab es für Bildungsdirektor Klaus Fischer auch gestern, allerdings längst nicht im gleichen Ausmass wie noch letztes Jahr, als der Lehrerverband (LSO) vehement gefordert hatte, bei der Umsetzung der Bildungsreformen einen Marschhalt einzulegen und Tempo herauszunehmen. Gestern zeigte sich LSO-Präsident Bruno Affolter in einer Podiumsdiskussion mit Fischer, Ulrich Bucher vom Gemeindeverband und dem Bildungsforscher Jürgen Oelkers zwar nach wie vor unzufrieden damit, dass die Einführung der Frühfremdsprachen (Französisch ab der dritten, Englisch ab der fünften Klasse) nicht wie verlangt um drei Jahre nach hinten verschoben werden. Gefreut habe ihn aber, dass die integrative Schulung erst im Schuljahr 2011/2012 flächendeckend eingeführt werden soll und nicht bereits auf das nächste Schuljahr. «Das gibt den Schulen mehr Zeit und Luft.» «Umtopfen geht nicht» Und diese Zeit werde man benötigen, «denn es besteht noch einiger Klärungsbedarf», so Affolter. Denn mit der Umplatzierung von behinderten Kindern in von einer Sonder- in eine Regelklasse sei es noch lange nicht getan. «Das hat mit Integration nichts zu tun.» Diese Aussage löste in der Stadthalle Olten tosenden Applaus aus. Auch Jürgen Oelkers machte deutlich: «Umtopfen funktioniert nicht.» Affolter forderte von Klaus Fischer ein klares Konzept für die integrative Schulung und vor allem: «Mehr Zeit und kleinere Klassengrössen. Nur dann können die Lehrkräfte die betroffenen Kinder in gewünschtem Ausmass fördern und integrieren.» Fischer nahm die Kritik und die Wünsche entgegen, brachte aber bei der Lehrerschaft seinerseits einen Wunsch an: Mehr Vertrauen ins Bildungsdepartement. «Wir im Rathaus geben uns Mühe, unsere Arbeit gut zu machen.» Harmos: Abstimmung 2010 Ein interessantes Detail gab Fischer gestern in einem Nebensatz noch bekannt: Das Solothurner Stimmvolk wird im nächsten Frühling über den Beitritt zum Harmos-Konkordat entscheiden. «Wir werden wohl auch in unserem Kanton mit Plakaten von weinenden Kindern eingedeckt werden», so Fischers Seitenhieb gegen die SVP, die sich in sämtlichen Kantonen mit umstrittenen Plakaten gegen Harmos wehrt. «Bei Harmos geht es einzig um den obligatorischen zweijährigen Kindergarten. Weil diesen in Solothurn bereits heute praktisch alle Kinder freiwillig besuchen, ändert sich in unserem Kanton mit Harmos fast nichts.» Deshalb gebe es auch keinen Grund, auf die Angstmacherkampagne der SVP hereinzufallen und Nein zu stimmen. «Es wird auch künftig kein Kind in der Kindergarten geprügelt, Die Kantonspolizei wird auch künftig kein Kind von zuhause abholen und in den Kindergarten stecken.» Eine spätere Einschulung werde natürlich weiterhin möglich sei», betonte Fischer. Philippe Müller >

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