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Klotener Firmen wehren sich gegen Linie der Glattalbahn

Der Kanton will die Bahn künftig durchs Klotener Industriegebiet führen. Die dortigen Betriebe fürchten um ihre Existenz.

Von Karin Wenger Kloten – Die Verlängerung der Glattalbahn soll durch die Klotener Steinackerstrasse nach Bassersdorf führen. So sieht es der Entwurf des kantonalen Richtplans vor. Der Klotener Stadtrat hat nun bei einem Effretiker Ingenieurbüro eine Vorstudie für den Abschnitt an der Steinackerstrasse in Auftrag gegeben. Denn hier gibt es Konfliktpotenzial. Bereits vor drei Jahren meldete sich die Interessengemeinschaft Steinacker zu Wort. Fast alle angrenzenden Betriebe fürchteten um ihre Existenz. Da das Trassee der Bahn nicht überquert werden darf, hätten die Lastwagen zu wenig Platz zum Manövrieren, argumentierten die ansässigen Unternehmen. Sie schlugen deshalb vor, die Glattalbahn auf die parallel verlaufende Bassersdorferstrasse zu verlegen. Bassersdorferstrasse ist besser An dieser Forderung hat sich bis heute nichts geändert. Über 30 Anrainer der Steinackerstrasse haben entsprechende Einwendungen zum Richtplanentwurf eingegeben. «Wir sind nicht gegen eine Verlängerung der Glattalbahn», sagt Rudolf Schmid, Geschäftsführer der Lüchinger und Schmid AG. Er macht aber gleichzeitig deutlich: «Es kann doch nicht sein, dass das Gewerbe dafür geopfert wird.» Die Steinackerstrasse sei ursprünglich so grosszügig gebaut worden, damit die Chauffeure der Lastwagen problemlos manövrieren können, sagt Schmid. Die Glattalbahn auf die Bassersdorferstrasse zu verlegen, sei deshalb für die betroffenen Betriebe nach wie vor die beste Lösung.Für Marc Osterwalder, Bereichsleiter Lebensraum und Sicherheit der Stadt Kloten, ist die Chance, dass die Glattalbahn dereinst über die Bassersdorferstrasse geführt wird, aber klein. Der Kanton habe sich deutlich dagegen ausgesprochen, weil die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs möglichst nah beim Benutzer sein sollten und nicht am Rand eines Gebietes.Schmid will dieses Argument nicht gelten lassen. Die Haltestellen würden sich auch so noch innerhalb des vom Kanton geforderten Radius befinden. «Einfach am Rand des Industriegebiets statt innerhalb.» «Alle Rechtsmittel ausschöpfen» Osterwalder weiss, dass die Stadt mit den betroffenen Industriebetrieben in Kontakt ist. Der Stadtrat wolle mit der Vorstudie abklären, wie die Logistikunternehmen und die Glattalbahn nebeneinander betrieben werden können. «Wir werden die Studie abwarten und schauen, ob sich eine für uns verträgliche Lösung ergibt», sagt Schmid dazu. «Falls nicht, werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen.» Die Kosten für die Vorstudie betragen 70?000 Franken. Da sich der Kanton und voraussichtlich auch die Gemeinde Bassersdorf an den Arbeiten beteiligen, ergebe sich für Kloten ein Kostenanteil von 17 450 Franken, schreibt der Klotener Stadtrat in einer Medienmitteilung.Vorbehalten bleibe derzeit noch die Zustimmung des Kantons und der Gemeinde Bassersdorf. Zeit für eine Einigung ist noch genügend vorhanden. Mit dem Baubeginn der Weiterführung der Glattalbahnlinie ist frühestens im Jahr 2018 zu rechnen.

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