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Kleine Kunst, grosse Wirkung

Vier Landessprachen,

Am Anfang war das Rätoromanische. Der Bündner Multiinstrumentalist und Kabarettist Flurin Caviezel führte am Sonntagabend durch den viersprachigen Kleinkunsttag im Saal des Beau-Rivage in Thun. Er tat dies, weil er vom OK-Präsidenten Hansueli von Allmen dazu eingeladen wurde: «Der Thuner Stadtpräsident ist die Inkarnation der Hartnäckigkeit. Man schafft es einfach nicht, ihm eine Absage zu erteilen», sagte Caviezel. Und er erklärte, woran man erkennt, ob jemand aus dem östlichsten Schweizer Kanton stammt: «Alle Namen, die mit ‹Ca› beginnen, kommen aus dem Graubünden», sagte Caviezel, der die passenden Beispiele nachlieferte: «Caviezel, Camenisch – und Gaddafi.» Talentfreie Affen Nach dem Rätoromanischen kam die Deutschschweiz zum Zug. Margrit Bornet verkörperte eine nicht ganz alltägliche Familie. Zuerst kam sie als Mutter mit einem talentfreien Affen auf die Bühne. Dann mimte sie die 13-jährige Tochter, die Copperfield-mässige Zaubertricks vorführte. Es folgte die siebenjährige Tante, die einen absurden Schmetterlingstanz vorführte, ehe die Winterthurer Kabarettistin in der Rolle als Grossmutter grandios daran scheiterte, einen Hund aus Luftballons zu formen. «Vas-y, Mozart» Thierry Romanens war der Vertreter der Romandie. Seinen Pianisten Alexis Gfeller motivierte der Chansonnier mit den Worten «vas-y, Mozart!», bevor sich die beiden durch eine Handvoll charmanter französischsprachiger Chansons spielten – angetrieben vom sympathischen Sänger mit seiner kräftigen, intensiven Stimme. Dann war die Reihe am Tessiner Cantautore Marco Zappa. Er nahm die Zuschauer im Beau-Rivage mit auf eine Reise vom Tessin über Italien nach Griechenland. Er sang, begleitet von seiner vierköpfigen Band, über Tessiner, die nach Paris zogen, um hochnäsig zurückzukehren. Er sang über Strassenfeger. Und er sang über eine Obdachlose in Rom. Zum Schluss versammelten sich noch einmal alle Künstler auf der Bühne, um gemeinsam den Song «Fuori Piove» vorzutragen. Und was sich schon den ganzen Abend über abzeichnete, wurde allerspätestens jetzt offensichtlich: Kleine Kunst kann eine riesengrosse Wirkung erzielen. Silvan Gertsch >

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