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«Jetzt geht es erst richtig los»

Ausgabe vom 21.August (u.a.) «Abstimmungskampagne. Mit dicken Tränen gegen HarmoS» Jetzt geht es also los. Wenige Tage nachdem viele hundert strahlende, unsichere, aber stolze Kinder zum ersten Mal ihren Kindergarten betreten haben, wird unser Kanton mit Plakaten weinender Kinder eingedeckt. Dass unwahre Aussagen zu Abstimmungen und Wahlkämpfen gehören, wissen wir seit Jahren. Ich hoffe einfach, dass sich die verantwortlichen Kampagnenleiter bewusst sind, wie verletzend diese Bilder für unsere Kindergärtnerinnen und Kindergärtner sind. Ursulina HuderVorsteherin Bildung (SP)Steffisburg «Es regt sich neuerdings» In der laufenden Bildungsdiskussion wird die wichtigste Stufe zu wenig angeschaut: die Daseinsstufe, welche «Kindheit» heisst. Diese bringt ins bekannte Genormte Freies, Öffnendes. Vor hundert Jahren erkannt, führte das im Kanton Bern zum beglückenden Aufbruch, in Bewegung gebracht durch den Lehrer und Erziehungsdirektor Ernst Schneider (1878–1957). Pestalozzis dreigliedrig dargestelltes Lernen gab der zukunftsfrohen Schule Richtung. Hinzu kam die Entdeckung und Beachtung der Kinderzeichnung. Ernst Schneiders Anstoss stellte für den Schulanfang die Kräfte des Kindes in den Blick der Unterrichtenden, und alles Laufende entsprach der kindlichen Fassungslust. Lehrmittel enthielten Bilder auserlesener künstlerischer Mitsprache. Ich denke an die Erstklässler-Lesefibel «O mir hei ne schöne Ring» mit unvergesslichen Illustrationen des Künstlers Emil Cardinaux. Ein frischer Wind wehte durch die Schulstuben. Im Tun spielten Bildliches, Gesang und leibliche Bewegung ineinander. Ich erinnere mich dankbar an meine ersten Schülerjahre 1930/1931. Was anregend lief, erstarb zu Ende des Jahrhunderts. Nach bewegendem Aufbruch Rückfall in die Enge – wie das? Ins Bildungswesen drang die Wirtschaft ein, sie wurde Massinstanz. Aus den Lehrmitteln verschwand der Geist der Kunst, an seine Stelle trat ein von Rationalität diktierter intellektueller Fitnesszwang. Doch halt! Es regt sich neuerdings. Erziehungsdirektor Pulver wägt achtsam ab, was zur Sache gehört. Einem Vortrag von Professor Müller, Pädagogische Hochschule Bern, entnehme ich: «Der Schulunterricht soll wegkommen vom übermässigen Streben nach Anpassung und Abbilden der Alltagskultur, soll wieder Ort werden für neue und ungewohnte Erfahrungen im Sinne von Kontrast und Gegenkultur zum Alltag.» Wollen wir an die Zukunft glauben?Adrian MarkGasel Eltern entrechten? Dass unsere Freiheit bekämpft wird, ist nicht neu. Dass nun aber Eltern entrechtet werden, die Fähigkeit ihrer Kinder für den Kindergarteneintritt zu beurteilen, das ist neu. Was mit ihren Entscheidungen bestens funktioniert hat, sollte nicht in ein Obligatorium für Vierjährige gezwungen werden. Der Begriff Kindergarten besteht im HarmoS-Konkordat nicht mehr. Dieser soll zur Basisstufe mit Hochdeutschpflicht umgewandelt werden. Damit wird unsere Dialektkultur verloren gehen. Ausserdem müssen Kinder mit Migrationshintergrund zusätzlich unterrichtet werden, was den Integrationsprozess stark behindert. Die Annahme von HarmoS bedeutet auch die Aushebelung der Demokratie. Kein Parlament und kein Bürger kann mehr mitreden, wie die Bildung auszusehen hat. Und die Kosten, die durch HarmoS verschleudert werden, sind nicht abzuschätzen. Diese Millionen wären dringend nötig für Lehrstoff. Darum lehnen wir das bildungs- und familienunfreundliche HarmoS-Konkordat ab.Lorenz DreyerWeissenburg Etwas Unnötiges Die obligatorische Einschulung der Vierjährigen ist etwas Unnötiges, für einige Kinder sogar Schädliches. Dafür gibt es kein wissenschaftliches Argument, auch der gesunde Menschenverstand widerspricht! Das so wichtige Urvertrauen kann ein Kind nur mit genügend Nestwärme und Zeit entwickeln. Der Entscheid einer allfälligen Früheinschulung muss den Eltern überlassen werden. HarmoS gehört abgelehnt!Doris LochmatterBüetigen>

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