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Inderin mischt die Wahlen auf

In letzter Minute lanciert die Kilchberger SVP eine Sprengkandidatin für die Schulkommission.

Von Rahel Urech Kilchberg – Denkbar knapp verpasste Alessandra Widmer-Nido (parteilos) die Ersatzwahl in die Kilchberger Schulkommission. Sie holte 671 Stimmen – nur fünf Wähler mehr hätte sie mobilisieren müssen, und sie wäre beim ersten Wahlgang am 3. April in die Schulkommission eingezogen. Regine Finschi-Merian (Vereinigung der Parteilosen) lag mit 664 Stimmen dicht hinter ihr. Für die SVP ist der Fall klar: «Den Kilchbergern hat die Auswahl nicht gepasst», sagt Co-Präsident Antonio Scherrer, viele Stimmbürger hätten ihre Wahlzettel deshalb leer eingereicht. Tatsächlich hatten sich 119 der 2029 Wählenden der Stimme enthalten.Um die Auswahl an Kandidaten zu erweitern, schickt die SVP nun eine eigene Kandidatin ins Rennen: Sie heisst Sarah Bösch, ist 29 Jahre alt und erst vor vier Monaten der Partei beigetreten. Natürlich sei die Neulancierung einer Kandidatur zu diesem späten Zeitpunkt ein Risiko, gibt Antonio Scherrer zu. Er rechnet Bösch dennoch Chancen aus: «Sie ist jung, dynamisch und fachlich kompetent.» Bösch arbeitet als Sozialpädagogin und Teamleiterin an der Gehörlosenschule in Zürich. 1982 in Indien geboren und ab 1987 als Adoptivkind in St. Gallen aufgewachsen, hat sie sich zur Fachfrau für Betreuung im Kinderbereich ausgebildet. Sie bringe ein breites Spektrum an Erfahrungen mit und sei sich gewohnt, mit Schulen, Therapeuten, Behörden und Eltern zusammenzuarbeiten, wirbt Sarah Bösch.Einen Nachteil dürfte Sarah Bösch allerdings haben: Sie ist auf dem Beiblatt, das gestern mit den Wahlunterlagen in den Kilchberger Haushaltungen eintraf, nicht als offizielle Kandidatin aufgeführt. Die neue Kandidatur sei jedoch rechtens, erklärt Gemeindeschreiber Peter Vögeli: Im zweiten Wahlgang könne sich jeder Stimm- und Wahlberechtigte ohne offizielle Registrierung wählen lassen. Im Gegensatz zum ersten Wahlgang gewinnt die Wahl, wer am meisten Stimmen erhält – ohne absolutes Mehr. Kilchberg – Zu einer Kampfwahl kommt es auch bei der Neubesetzung der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Der im Februar 2010 gewählte Vertreter der FDP, Hans Beer, ist vorzeitig zurückgetreten, weil er nach Thalwil zieht. Der neue Mann der FDP heisst Ingo Suter, ist 36 Jahre alt, Jurist und Direktionsmitglied einer Bank. Ebenfalls zur Wahl stellt sich der Ortspräsident der Grünen, Reto Planta, mit Jahrgang 1956. Er ist Umweltfachmann und seit 2001 als Leiter Finanzen bei der Schweizerischen Energie-Stiftung tätig. Dritte Kandidatin ist die 36-jährige Caroline Kaufmann (parteilos). Die Ökonomin hat Erfahrung in leitenden Finanzfunktionen. (rau) A. Widmer-Nido. S. Bösch. R. Finschi-Merian.

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