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Im Unterland gibt es nächstes Jahr zwei neue Gesundheitszentren

Mit Managed-Care-Modellen fallen die Krankenkassenprämien tiefer aus. Auch Unterländer können vom günstigsten Modell profitieren: In Kloten und Wallisellen werden bald zwei HMO-Zentren eröffnet.

Von Andrea Söldi Unterland – Dieses Jahr stiegen die Krankenkassenprämien schweizweit durchschnittlich um 8,9 Prozent. Nächstes Jahr sind es nochmals 8,6 Prozent. Somit erstaunt es nicht, dass alternative Versicherungsmodelle immer mehr auf Interesse stossen. Denn mit Managed-Care-Konzepten lassen sich erhebliche Kosten sparen. Dazu gehören unter anderem Hausarzt- und Health-Maintenance-Organization-Modelle (HMO). Um von einem HMO-Angebot zu profitieren, mussten Unterländer bis anhin in ein Gesundheitszentrum nach Zürich oder Winterthur reisen (der TA berichtete). Nächstes Jahr erhält das dicht bewohnte Gebiet nun endlich zwei eigene Zentren: Die Krankenkasse Sanacare, die bereits an 14 Standorten in der Schweiz solche Grosspraxen betreibt, eröffnet am 1. Februar ein Zentrum in Wallisellen. Den Prämienrabatt von 20 Prozent gewährt die Kasse jedoch erst ab 2012. Ein weiteres Gesundheitszentrum eröffnet die Swica am 1. Mai nächsten Jahres in Kloten. Den Rabatt von 25 Prozent erhalten die Versicherten, die sich für HMO entscheiden, bereits Anfang 2011. In beiden Zentren können sich auch Versicherte anderer Kassen behandeln lassen. HMO-Versicherte verpflichten sich, immer zuerst ein Gesundheitszentrum in ihrer Region aufzusuchen. Die dort arbeitenden Ärzte koordinieren die gesamte Behandlung; eine allfällige Überweisung ins Spital oder zu einem Spezialisten erfolgt stets durch sie. Ärzte und Therapeuten, die in einer HMO-Praxis arbeiten, erhalten einen festen Lohn und sind deshalb nicht versucht, ihren Umsatz durch nicht unbedingt nötige Untersuchungen und Verordnungen von Medikamenten zu steigern. Weitere Einsparungen entstehen durch die Synergien in der Gemeinschaftspraxis. Für das HMO-Versicherungsmodell gewähren die Kassen Prämienrabatte von 15 bis 25 Prozent. Vernetzte Ärzte treffen sich Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch Hausarzt-Modelle. Solchermassen Versicherte wenden sich ebenfalls immer zuerst an ihren Hausarzt, der sie bei Bedarf weiterweist. Die Versicherten erhalten je nach Kasse eine Reduktion von 10 bis 20 Prozent. Viele Ärzte, die von den Kassen für die Hausarzt-Modelle empfohlen werden, sind in Netzwerken organisiert. Im Unterland sind diese jedoch noch dünn gesät. Ein Arzt, der sich vor zehn Jahren entschieden hat, einem Netzwerk beizutreten, ist der Bassersdorfer Urs Zehnder. Mit den anderen Ärzten des Hausärzteverbandes Effretikon und Umgebung trifft er sich regelmässig zum Austausch in Qualitätszirkeln. Der Verband ist der Organisation Hawadoc angeschlossen, die einen Grossteil der anfallenden administrativen Arbeiten übernimmt. Bei seinen Patienten im Hausarzt-Modell schätzt Zehnder, dass er den Überblick hat über alle laufenden Behandlungen. «Ich kann die Therapien koordinieren und mit jenen Spezialisten zusammenarbeiten, die ich kenne und achte.» Demselben Netzwerk ist der Nürensdorfer Arzt Walter Hugentobler angeschlossen. Der Oberglatter Hausarzt Thomas Winter und Adrian Walther vom Airport Medical Center hingegen gehören dem Netzwerk Medix an. Treue zum Hausarzt lohnt sich Die meisten Versicherer bieten aber auch Hausarzt-Modelle in Gemeinden an, wo es keine Netzwerk-Ärzte gibt. In der Regel muss ein Arzt gewählt werden, der von der Kasse auf einer Liste geführt wird. Bei einigen Kassen figuriert ein Grossteil der Hausärzte auf dieser Liste – mit Ausnahme solcher, die durch hohe Behandlungskosten aufgefallen sind. Wer also seinem Hausarzt sowieso meist die Treue hält, sollte sich unbedingt erkundigen, ob er in ein Hausarzt-Modell übertreten könnte. Denn je nach Kasse können damit im Jahr gut und gerne zwischen 350 und 600 Franken gespart werden – immer mit dem minimalen Selbstbehalt von 300 Franken jährlich gerechnet. Bei höheren Selbstbehalten fällt die Einsparung meist tiefer aus. Zudem dürften Managed-Care-Modelle bald auch politisch vermehrt gefördert werden: Der Nationalrat hat bereits beschlossen, dass Versicherte ohne solches Modell künftig 20 anstatt 10 Prozent der verursachten Kosten selber berappen müssen. Das letzte Wort ist dazu jedoch noch nicht gesprochen. In der Schweiz gibt es drei verschiedene Prämienregionen. Je nach Wohngebiet fallen die Krankenkassenprämien unterschiedlich aus. Die höchsten Prämien werden in den Städten mit einem dichten Angebot an Spitälern, Ärzten und anderen medizinischen Dienstleistungen verrechnet. Im Kanton Zürich fällt lediglich die Stadt Zürich in diese Kategorie. Im Vergleich dazu zahlen Bewohner der Region 2 rund 15 Prozent weniger Prämien. Dazu gehören meist Agglomerationsgemeinden; im Zürcher Unterland sind dies Dietlikon, Kloten, Opfikon, Wallisellen, Rümlang und Regensdorf. Alle anderen Gemeinden des Unterlands sind der Region 3 zugeordnet, in der die Prämien nochmals 10 Prozent tiefer liegen. (asö) «Mit dem Hausarzt-Modell kann ich die Therapien koordinieren und die passenden Spezialisten wählen.» Urs Zehnder, Bassersdorfer Hausarzt

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