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«Ich werde das Lager schon überleben – wahrscheinlich»

25 übergewichtige Mädchen und Buben sind gestern nach Pontresina gereist, um eine Woche lang «leichter leben» zu lernen.

Zürich – Das Lager Zack für übergewichtige Kinder wird zum zweiten Mal durchgeführt. «Zack» steht für «Zürcher Adipositas Camp für Kinder». Während es letztes Jahr noch schwierig war, die 25 Plätze zu besetzen, war Zack dieses Jahr rasch ausgebucht, es gibt sogar eine Warteliste. Wie Gesamtleiterin Angie Batschelet sagt, war das letztjährige Camp ein nachhaltiger Erfolg. 75 Prozent der Kinder gaben in einer Umfrage ein Jahr nach dem Lager an, sich noch immer gesünder als vor dem Lager zu ernähren, bei fast 60 Prozent verbesserte sich auch das Körpergewicht, und etwa gleich viele bewegen sich häufiger. (leu) Von Liliane Minor Winterthur – Der 13-jährige Alessandro Curro ist etwas verunsichert. Zwar grinst er tapfer, aber was er von der 14-jährigen Sereina Bolt gehört hat, klingt in seinen Ohren schon ziemlich hart. Sehr hart, um genau zu sein. Sereina und Alessandro sind zwei von 25 übergewichtigen Mädchen und Buben im Alter zwischen zehn und vierzehn, die alle dasselbe Ziel haben: längerfristig Gewicht abzubauen. Sie alle hoffen auf die acht Tage, die sie gemeinsam in Pontresina verbringen. Das Lager wird von der kantonalen Fachstelle Sport organisiert. Am Samstag haben sich die Teilnehmer zusammen mit ihren Eltern in Winterthur zu einem Einführungstag getroffen. Sereina war schon letztes Jahr in Pontresina und war begeistert. Besonders gut gefallen hat ihr, dass es nicht einfach nur darum ging, sofort ein paar Kilo abzunehmen: «Wir waren nie unter Druck, Gewicht zu verlieren. Eine Psychologin hat uns gelehrt, dass wir nicht abnehmen sollen, bloss weil die anderen dumme Sprüche machen, sondern wenn wir das selbst wollen.» Sereinas Mutter sagt, ihre Tochter habe ungemein Selbstvertrauen getankt. Aber nicht nur das: Seither bemühe sich Sereina, bei jedem Essen Salat und Gemüse zu schöpfen. Dennoch geht Sereina ein zweites Mal nach Pontresina. Sie will noch mehr über gesunde Ernährung wissen. Und sie brauche noch einmal einen Schubs, findet sie: «In den ersten Wochen nach dem Lager habe ich mich viel gesünder ernährt, aber das legte sich dann ein wenig.» Bei Alessandro hapert es vor allem in einem anderen Bereich: «Ich trinke mega-viel Süsses», meint er selbstkritisch. «Und ich sitze zu viel vor dem Computer und dem Fernseher.» Einmal hat Alessandro versucht, mithilfe eines Abnehmgürtels Gewicht zu verlieren. «Der hat aber nichts genützt», sagt er schulterzuckend. Die ersten Tage in Pontresina werden für beide Kinder eine ziemliche Umstellung werden, weiss Sereina. «Die meisten von uns essen halt total gern Schnipo oder Döner. Und im Lager hats immer überall Gemüse drin!» Alessandro macht ein langes Gesicht. Und sagt dann: «Ich werds überleben – wahrscheinlich.» Sereina (14) braucht einen zweiten Schubs, um sich gesünder zu ernähren. Alessandro (13) ist ein Lagerneuling . Foto: Thomas Burla

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