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Gletschersee: Erster Durchbruch

Früher als geplant konnte am Sonntag der Durchstich des spontan gebauten Umgehungsstollens zum Gletschersee erfolgen. Jetzt graben sich die Erbauer durch den Moränenschutt zum eigentlichen Entwässerungsstollen.

Durchstich des Umgehungsstollens am Gletschersee: Jetzt wird von aussen her der eigentliche Entwässerungsstollen freigelegt.
Durchstich des Umgehungsstollens am Gletschersee: Jetzt wird von aussen her der eigentliche Entwässerungsstollen freigelegt.
Nils Hählen

Die erste direkte Verbindung zum Gletschersee ist geschafft: Wie Wasserbauingenieur Nils Hählen vom Kantonalen Tiefbauamt Kreis I in Thun gestern bestätigte, erfolgte der Durchstich des Umgehungsstollens bereits am Sonntagmittag. «Ich selber habe es auch erst zwei Stunden vorher erfahren. Die Felstechniker kamen mit einer rekordverdächtigen Vortriebsleistung von über 16 Metern pro Tag viel schneller voran als geplant», zeigt sich der Projektleiter erfreut.

Abhängig vom Wetter

Gestern konnte durch den fast 2200 Meter langen Schrägstollen so einiges an schwerem Gerät zum Unteren Grindelwaldgletscher hinauf gefahren werden: Ein spezialisiertes Team von rund sieben Mann wird in den nächsten Wochen mit Hilfe von Bagger, Pneulader und Bulldozer die riesigen Schuttmassen bis zum 30 Meter weiter unten liegenden Entwässerungsstollen weg transportieren, damit in rund fünf Wochen der eigentliche Stollendurchbruch erfolgen kann. «Diese Arbeiten sind aber extrem witterungsabhängig, so dass wir unmöglich jetzt schon sagen können, wann der Durchstich erfolgen wird», sagt Nils Hählen.

«Heisser» Arbeitsplatz

Der Bereich des Schuttdammes ist einer hohen Eisschlaggefahr vom 1300 Meter höher gelegenen Challifirn-Gletscher ausgesetzt. Jederzeit können von dort grosse Eismassen abbrechen und durch die Schlosslauenen auf den Unteren Grindelwaldgletscher hinunterstürzen. Aus diesem Grund stellen die Verantwortlichen während der Bauarbeiten unmittelbar neben dem Challifirn eine Mahnwache, die mittels Funk mit den Bauleuten am Gletscher unten verbunden ist.

Auf Umweg ans Tageslicht

Vor zehn Tagen stiessen die Mineure der Gasser Felstechnik AG bei ihrem seit acht Monaten andauernden Vortrieb auf ein Gemisch aus Eis und Gesteinsschutt. Der Felsvortrieb musste unterbrochen werden (wir haben berichtet). Schliesslich entschloss man sich zum Bau eines steileren, hundert Meter langen Umgehungsstollens durch den kompakten Mättenbergfels. Die letzten knapp 25 Meter zum eigentlichen Entwässerungsstollen werden nun von aussen her abgetragen. Die Änderung der Durchschlagsart sollte zu keinen Verzögerungen im Terminprogramm führen. Die Verbindung zwischen See und Entwässerungsstollen ist immer noch gegen Ende Oktober geplant.

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