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Gewerbeverband verweigert Schmid die Unterstützung

Der Gewerbeverband des Bezirks Meilen unterstützt mit rund 45 000 Franken bürgerliche Kandidaten im Wahlkampf. Nicht aber den CVP-Mann Lorenz Schmid.

Von Patrick Gut Männedorf/Meilen – 115 Kandidatinnen und Kandidaten kämpfen am 3. April um die 13 Kantonsratssitze des Bezirks Meilen. Die Konkurrenz ist also gross. Da tut jede Unterstützung gut. Etwa durch den Gewerbeverband des Bezirks Meilen (GBM). Und tatsächlich lässt sich der GBM nicht lumpen. Rund 45 000 Franken wirft der Verband im Wahlkampf auf. Auf Hilfe zählen können – das liegt nahe – bürgerliche Politikerinnen und Politiker. Doch selbst unter den bisherigen Kantonsräten aus dem Bezirk erhalten nicht alle Schützenhilfe vom Gewerbeverband. Bei Katharina Kull-Benz (FDP) und Claudio Zanetti (SVP) ist der Grund rasch erklärt. Weder Kull noch Zanetti sind Mitglieder in einem Gewerbeverein. Komplizierter präsentiert sich die Sachlage bei Lorenz Schmid. Der CVP-Vertreter aus Männedorf ist zwar Mitglied eines Gewerbevereins, wird aber nicht mehr unterstützt. «Der Entscheid an unserer Präsidentenkonferenz fiel einstimmig», sagt Alexander Ellersiek, Präsident des GBM. Völlig überraschend kommt das nicht. Schon 2008 war Lorenz Schmid von Ueli Schlumpf – Ellersieks Vorgänger – als «schwarzes Schaf» tituliert worden. Als Einziger, der mithilfe des GBM gewählten Parlamentarier, hatte Schmid nicht zur Zufriedenheit der Gewerbler abgestimmt. «Er macht, was er will», lautete der Vorwurf von Schlumpf. Dass Schmid etwa einer Anpassung des Familienzulagengesetzes zugestimmt hatte, war gar nicht nach dem Gusto der Gewerbler. Glücklich ist der GBM mit Schmid seither nicht geworden. «Betreffend Berufsbildungsfonds hat Lorenz Schmid gegen das Gewerbe gestimmt», sagt Präsident Ellersiek etwa. Obendrein stehe er dem Sieben-Punkte-Programm des Kantonalen Gewerbeverbands kritisch gegenüber. Wer sich vom Gewerbeverband Unterstützung erhofft, muss zuerst dieses Programm unterschreiben. Es gibt die gewerbefreundliche Haltung in Bereichen wie Bildungs-, Verkehrs-, Gesundheits- und Flughafenpolitik vor. «Partei- statt Gewerbepolitik» Schmid wehrt sich gegen die Vorwürfe des GBM. Er habe sich seinerzeit für den Berufsbildungsfonds ausgesprochen. Diese Haltung sei aber nicht gegen das Gewerbe gerichtet gewesen. Gegen den Fonds, der letztlich vom Volk angenommen wurde, hätten sich SVP und FDP gestellt. Damit will Schmid auf ein Problem im Gewerbeverband aufmerksam machen: «Es steht nicht die Gewerbe-, sondern die Parteipolitik im Vordergrund.» Lorenz Schmid verhehlt aber nicht, dass ihn das Sieben-Punkte-Programm des Kantonalen Gewerbeverband nicht bis ins letzte Detail überzeugt. Er habe sich etwa dafür eingesetzt, dass der private und der öffentliche Verkehr ausgeglichen gefördert würden. «Im bestehenden Programm handelt es sich bei vier von fünf Punkten um Fördermassnahmen für den privaten Verkehr», sagt Schmid.

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