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Frau geschlagen und gefesselt

In Hittnau hat ein Brasilianer seine Ehefrau, die sich von ihm trennen wollte, gequält. Das Obergericht hat ein milderes Urteil als das Bezirksgericht gesprochen.

Von Attila Szenogrady Hittnau/Zürich — Im Sommer 2010 hat das Bezirksgericht Pfäffikon sämtliche Vorwürfe gegen den heute 33-jährigen Brasilianer als erwiesen eingestuft. Demnach hatte der Student in der Nacht auf den 18. August 2009 seine damals 20-jährige Schweizer Noch-Ehefrau in Hittnau brutal attackiert und ihr mehrere Faustschläge in den Bauch versetzt. Nach den Schlägen fesselte er die Frau mit einem Klebeband und mehreren Stromkabeln an ein Bett. Laut Anklageschrift bedrohte der Mann das Opfer immer wieder und nötigte es, still zu sein. Er soll es auch zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Am nächsten Morgen schaltete die Geschädigte die Polizei ein. Der Mann wurde festgenommen und sass danach für lange Zeit in Untersuchungshaft.Am Bezirksgericht Pfäffikon standen weitere Vorwürfe zur Debatte. Demnach hatte der Angeklagte seine Partnerin bereits im April 2009 mit einem Beil verfolgt. Zudem hatte er einen mutmasslichen Liebhaber seiner Frau telefonisch bedroht. Vor Gericht stellte der Mann die meisten Anklagepunkte vergeblich in Abrede. Das Landgericht setzte eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren fest. Die Verteidigung legte Berufung ein, weshalb der Fall im letzten Mai auch das Zürcher Obergericht beschäftigte. Fest stand, dass die Schweizerin ihren späteren Peiniger im November 2008 geheiratet hatte. Bereits am 13. April 2009 trennte sie sich von ihm, was er aber offenbar nicht akzeptieren und sich rächen wollte. Vor Obergericht plädierte der Verteidiger auf Teilfreisprüche und eine Strafsenkung auf noch elf Monate Freiheitsentzug. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Täter kommt frei Nun hat das Obergericht seinen Entscheid eröffnet. Es hat den Brasilianer wegen Freiheitsberaubung, Drohung, mehrfacher Nötigung sowie Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, die Hälfte davon unbedingt. Da der Täter bereits 624 Tage abgesessen hat, kommt er nun frei. Er wurde verpflichtet, seiner Ex-Partnerin ein Schmerzensgeld von 5000 Franken zu zahlen, und muss nach seiner Freilassung mit der Ausweisung nach Südamerika rechnen. Die deutliche Strafsenkung war auf einen Teilfreispruch zurückzuführen. So sahen die Oberrichter die sexuelle Nötigung als nicht erwiesen an – die Darstellungen der Geschädigten waren in diesem Punkt zu schwankend ausgefallen.

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