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FCZ-Fans markieren auf dem Tunnelportal ihr Revier

Auf der Westumfahrung gibts kaum mehr Bauwerke ohne FC-Zürich-Graffiti.

Von Ruedi Baumann Zürich/Urdorf – Die neuste Tat ist die frechste: Seit Anfang Woche sieht das Ostportal des Uetlibergtunnels aus wie das Zuschauerrund im Letzigrund. In metergrossen Lettern steht «Südkurve» auf der Betonbrüstung. Schön regelmässig und offensichtlich in aller Ruhe gemalt. «Wenn ich daran denke, wie diese Malereien zustande kommen, wird mir angst und bange», sagt der kantonale Strasseninspektor Reto Färber. Die Maler mussten über den Wildzaun klettern und aufs Tunneldach steigen. Gemalt haben sie von oben, schätzungsweise mit einem Farbroller. «Für uns ist das ein Riesenärgernis», sagt der Strasseninspektor. Denn die Maler und Sprayer verursachen enorme Kosten. Die Entfernung von Farbe koste 100 bis 250 Franken pro Quadratmeter. Das Bundesamt für Strassen hat eine klare Strategie, wie die Kantone mit Schmierereien umzugehen haben: Rassistische, pornografische, politische und religiös anstössige Inhalte müssen sofort entfernt werden. Alle übrigen Inhalte werden erst gemeinsam mit normalen Unterhaltsarbeiten weggeputzt. Auf der Westumfahrung gibts kaum mehr ein Tunnelportal oder eine Unterführung ohne FCZ-Aufschriften. Einige Tags und Sprayereien sind allerdings schon Jahre alt. Auch das Portal des Hafnerbergtunnels ist mit einer fast 2 Meter hohen und 10 Meter breiten «Südkurve»-Aufschrift überpinselt. Auch Notrufsäulen beschädigt Strasseninspektor Reto Färber steckt in einem Dilemma. «Wenn wir sofort alles wegputzen, reizt das nur zu neuen Taten», sagt er. «Und wenn wir es sein lassen, haben zumindest die FCZ-Fans ihr Ziel erreicht.» Die kantonale Baudirektion dokumentiert sämtliche Schmierereien und reicht fast jede Woche ein paar Strafanzeigen bei der Kantonspolizei ein. Zu den Graffiti sind gemäss Färber in den letzten Wochen massive Sachbeschädigungen an Steuerungskästen und Notrufsäulen hinzugekommen. Teilweise seien deswegen Fahrbahnsignalisationen ausgefallen. Gemäss Mediensprecherin Esther Surber stellt die Kantonspolizei hingegen auf dem ganzen Kantonsgebiet eine klare Abnahme von Schmierereien fest. Noch kurz vor Eröffnung des Uetlibergtunnels im Mai 2009 hatten Sprayer beim Westportal einen Sachschaden von 700 000 Franken angerichtet. Die Täter, zwei Jugendliche und fünf Erwachsene im Alter zwischen 15 und 21 Jahren, konnten ermittelt werden. Gemäss Esther Surber kann die Fachspezialistin der Kriminalpolizei die Sprayereien zwar häufig einzelnen Gruppen zuordnen, die Beweislage sei aber oft schwierig – auch weil Sprayer auf Videoaufnahmen meist maskiert seien. Das Ostportal wird zur Südkurve: FC-Zürich-Fans haben den Eingang zum Uetlibergtunnel bemalt, der Kanton hat Strafanzeige eingereicht. Foto: Reto Oeschger

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