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«Es geht nur mit Geduld und Bescheidenheit bei GC»

Der baldige Klubpräsident Roland Leutwiler hat mit Trainer Sforza über die Zukunft gesprochen und erwartet Schlüsselspieler aus dem Nachwuchs.

Mit Roland Leutwiler sprach Ueli Kägi Es ist der Morgen vor dem Abstiegskampf gegen St. Gallen. Roland Leutwiler hat schon zur Mannschaft gesprochen. Jetzt sitzt er im GC-Campus in einem Sitzungszimmer und spricht mit grosser Leidenschaft über seine Pläne mit dem Klub. Der Vater von drei Kindern wuchs in Erlenbach auf und wohnt jetzt in Herrliberg. Der 49-Jährige war nie Fussballer, stattdessen stand er als Abfahrtsspezialist einst in der Junioren-Nationalmannschaft der Skifahrer. Er hat sich für eine Banklehre bei der damaligen SKA statt für das Gymnasium entschieden, um mehr Zeit für den Sport zu haben, später trieb er trotzdem seine berufliche Karriere vorwärts. Mittlerweile ist Leutwiler Teilhaber eines Unternehmens aus dem Finanzbereich. Roland Leutwiler, weshalb werden Sie Präsident von GC? Ich kam 2005 in den Donnerstags-Club, weil ich Thomas Gulich kennen gelernt hatte (den ehemaligen GC-Präsidenten), unsere Söhne spielten zusammen beim FC Männedorf. Bei einer von Heinz Spross geleiteten Sanierung war ich Teil einer Arbeitsgruppe. Später kam ich in den Verwaltungsrat der Neue Grasshopper Fussball AG. Im letzten Sommer dann ging ich mit Urs Linsi die langfristige Planung an. Bei mir ergab das eine das andere. Ich hätte ursprünglich nie gedacht, dass ich einmal Präsident würde. Mit dem Owners Club lösen Sie jetzt den Zentralvorstand als Machtzentrum in der Fussballsektion ab. Ohne den Zentralvorstand wäre nie möglich gewesen, was in den letzten Monaten passiert ist. GC lag auf der Intensivstation. Durch diese Situation ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden – das hat mich wahnsinnig berührt. Der Zentralvorstand hat Urs Linsi als Sanierer eingesetzt und ihm erlaubt, sehr straff zu führen. Die geglückte Sanierung hat Ruhe in den Verein gebracht, obwohl die Resultate der Mannschaft zuletzt nicht stimmten. Die Leute und die Medien geben GC eine Chance, weil sie spüren, dass der Klub vom hohen Ross heruntergekommen ist. Im Owners Club sitzen jetzt20 Mitglieder. Wie ist da eine Meinungsbildung möglich? Wir wollten nicht mehr vom Mäzenatentum abhängig sein, sondern die Finanzierung auf eine breitere Basis stellen. Die Mitglieder des Owners Club werden nicht das Recht haben, die Aufstellung der Mannschaft zu bestimmen. Sie sprechen das Geld und wählen ihre Vertrauenspersonen in die Gremien. Sehen Sie die Verpflichtung eines Sportchefs vor? Nein. Wir glauben, dass wir mit Sforza und Mathias Walter (Technischer Leiter Nachwuchs) genug Kompetenz haben. Ciriaco Sforza hat im Gegensatz zu anderen Trainern einen normal kündbaren Arbeitsvertrag. Bleibt er über diese Saison hinaus? Als nach der letzten Sitzung klar war, dass der Owners Club zustande kommt, habe ich am folgenden Morgen zuerst Sforza angerufen und ihm unser Vertrauen ausgesprochen. Aus meiner Sicht ist absolut sicher, dass er bleiben wird. Wie stark hat der Owners Club auf die Stadionfrage Einfluss genommen? Urs Linsi hat wiederholt gesagt, der Owners Club möchte GC in Zürich spielen sehen. Richtig. Es ist aber auch klar, dass wir es uns nicht leisten können, künftig wieder zum alten Preis im Letzigrund zu spielen. Sie sprechen davon, dass eigene Nachwuchsspieler das Gerüst des Teams bilden müssen – Sie möchten aber ab 2014 auch wieder um den Titel spielen. Geht das ohne Zukäufe? Ganz sicher erlaubt es unser Budget nicht, zwei, drei teure Spieler zu kaufen. Um erfahrene Kräfte kommen wir nicht herum, doch solche haben wir bereits. Wir möchten jungen Spielern die Sicherheit vermitteln, dass wir für sie da sind. Mit unserer Strategie muss es möglich sein, über die Nachwuchsarbeit zu späteren Schlüsselspielern zu kommen. Das kostet Geld. Und geht nur mit Geduld und Bescheidenheit bei GC.

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