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Erneut Diskussionen um Ausländer

Seit dieser Saison dürfen die Teams in der Nationalliga pro Spiel nur noch zwei Legionäre einsetzen. Diese Regelung führte allerdings dazu, dass GC mit zwei Squash-Schweizern die NLA nach Belieben dominiert.

Von Alexander Kühn Als der Neuseeländer Paul Steel 1996 in die Schweiz kam, gehörte er zu den besten 20 Spielern der Welt. Er war die Attraktion der Nationalliga A und entsprechend herzlich willkommen. 15 Jahre später muss Steel um seine Spielberechtigung für den NLA-Leader GC fürchten, weil die Kritiker des aktuellen Ausländerreglements die Streichung des Squash-Schweizer-Paragrafen fordern. Bislang gilt ein Spieler nur dann als Ausländer, wenn er weniger als fünf Jahre in der Schweiz lebt; nach der Reform wäre ein verdienter Mann wie Steel, der als Trainer einst dem Aargauer Lars Harms zum Sprung in die Top 50 der Welt verhalf, einem eingeflogenen Profi gleichgestellt. In einem Team, das um den Titel spielen will, wäre für den zehnfachen neuseeländischen Meister wohl kein Platz mehr, da sich die besten Ausländer der Nationalliga A derzeit in der Weltrangliste um Platz 20 bewegen. Andy Fritschi, der Teammanager der Grasshoppers, reagiert mit Kopfschütteln auf die Reformpläne: «Die Squash-Schweizer-Regelung besteht seit rund 20 Jahren. Sie hat massgeblich zur Steigerung des Niveaus in der NLA beigetragen. Zudem war schon vor der letzten Regelanpassung im vergangenen Sommer klar, dass wir neben den beiden Ausländern weiter die Squash-Schweizer Paul Steel und Mark Woodliffe einsetzen werden.» Überlegener als Wohlen zuvor Nach dem Titel-Hattrick des SC Wohlen, der mit vier Top-50-Spielern aus der Fremde die Liga dominierte, wollte der Verband mit der Beschränkung auf zwei Ausländer das Gefälle abschwächen. GC ist nun aber noch überlegener, als es Wohlen war, und zieht nach 13 Siegen in 13 Partien neidische Blicke auf sich. Es ist kein Geheimnis, dass viele in der Schweizer Squash-Szene statt der wohlhabenden Grasshoppers lieber Kriens oder Uster als Meister sehen würden, da diese Klubs seit geraumer Zeit die Junioren-Kader des Verbandes fast im Alleingang mit neuen Talenten versorgen. Pascal Bruhin, der in Kriens als Coach aus dem eigenen Nachwuchs zwei NLA-Teams aufgebaut hat, sieht die Pläne, den Squash-Schweizer-Paragrafen zu streichen, aber kritisch: «Es wäre nicht richtig, wenn Leute mit grossen Verdiensten um den Schweizer Squash-sport ihre Spielberechtigung verlieren würden, auch wenn das unseren Mannschaften kurzfristig zugute kommen würde.» Bruhin denkt vor allem an John Williams, den Spielertrainer des Tabellenzweiten Vitis Schlieren. Williams lebt wie Steel seit rund 15 Jahren in der Schweiz. Der Australier, der mit seinem Land einst Team-Weltmeister wurde, spielt inzwischen trotz des fehlenden Passes für die Schweiz und betreut das Männer-Nationalteam. In Schlieren ist er daran, das zweite Nachwuchszentrum des Kantons neben der erfolgreichen Squashschule von Oliver Gutenberg in Uster aufzubauen. GC wäre gezwungen, zu handeln Dem Talentförderer Bruhin wäre es lieber, wenn die Nationalliga-Klubs einer Beschränkung auf einen eingeflogenen Ausländer zustimmen würden, wenn sie die Titelchancen der Ausbildungsklubs erhöhen wollen. Die Grasshoppers, deren Juniorenabteilung sich nach schwierigen Jahren erst wieder im Aufbau befindet, wären sowohl in diesem Fall als auch bei einer Streichung des Squash-Schweizer-Paragrafen zum Handeln gezwungen, da es noch viele Jahre dauern wird, ehe sie einen eigenen Nachwuchsspieler ins NLA-Team nachziehen können. Teammanager Andy Fritschi hofft deshalb, dass sein Klub wegen der guten Infrastruktur und des ausgezeichneten Trainers Mark Woodliffe für junge Talente so attraktiv wird, dass diese sich zu einem Transfer zu GC entschliessen. Dies wiederum klingt einfacher, als es ist. Immerhin sind die Bedingungen für aufstrebende Junioren im nahen Schlieren ebenfalls sehr gut, auch in Uster haben die Nachwuchskaderspieler inzwischen die Gelegenheit, in der höchsten Liga zu spielen – und dies sogar in einer konkurrenzfähigen Equipe. Uster belegt in seiner ersten NLA-Saison mit Spielern, von denen kaum einer älter als 20 Jahre ist, Platz 5. Die Zeit arbeitet für die Oberländer – mit oder ohne eine neuerliche Änderung des Ausländerreglements. GC-Spieler Paul Steel (links) tritt wie hier im Spitzenkampf gegen Vitis Schlieren (Atif Enver) als Squash-Schweizer an. Vielleicht nicht mehr lange.Foto: Christoph Kaminski

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