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Embracher Kunst geht ins Wallis

Die Werke von Alain Garnier werden nach Visp gezügelt. Käufer Heinz Ruckli stellt ab Frühjahr 2011 die gesamte Sammlung in einem 400 Jahre alten Walliser Stadel aus.

Von Alexander Lanner Embrach – «Rund 50 Skulpturen und Metall-Collagen werden es insgesamt sein», verrät der langjährige Freund des 2005 verstorbenen Eisenplastikers. Gestern hat Heinz Ruckli die ersten Kunstwerke des Embracher Künstlers Alain Garnier in den Anhänger geladen. Wahrscheinlich werde er zweimal von Embrach nach Visp fahren müssen, meinte Ruckli. Bis Sonntag sollte der Umzug abgeschlossen sein. Ihm ist der Aufwand aber keineswegs zu gross. Ruckli wollte verhindern, dass Garniers Schaffen in verschiedene Hände gerät und so auseinandergerissen und überall verteilt wird. Alles soll als Gesamtkunstwerk zusammenbleiben. Aus diesem Grund hat er die gesamte Sammlung kurzerhand gekauft. Über den Preis hat er mit Garniers Witwe Stillschweigen vereinbart. Im neuen Zuhause in Visp werden die Werke für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. «Ab kommendem Frühling ist eine Ausstellung mit wechselnden Objekten geplant», so Ruckli. Dabei sollen jeweils ausgewählte Exemplare den Besuchern präsentiert werden. Um alle auf einmal zu zeigen, wäre der Platz im dreistöckigen Holzstadel doch etwas zu knapp, erklärt Ruckli. Der Stadel ist das Elternhaus seiner Frau. Mit 400 Jahren auf dem Buckel biete er einen idealen Rahmen als auch einen willkommenen Kontrast zur modernen Kunstsammlung. Für den neuen Besitzer haben die Werke des gebürtigen Franzosen, der immer sein «Chapeau rouge» trug, weit mehr als nur materiellen Wert. «Wir waren seit 40 Jahren Freunde und haben sehr viel zusammen unternommen», so Ruckli. Er war ein Original und strotzte vor Energie. Langweilig wurde es um ihn nie. Ruckli hat Garnier auch einmal einen schrottreifen Rolls-Royce zur Verfügung gestellt. Der Metallplastiker hat die Vorderpartie in eine Skulptur umgewandelt. Diese steht vor Rucklis Zweitwohnsitz in Aadorf. Für die Witwe des Künstlers, Julia Garnier, geht mit dem Umzug das letzte Kapitel zu Ende. «Ein wenig Wehmut schwingt sicherlich mit. Ich weiss aber, dass Heinz gut auf die Werke aufpassen wird und dass sie einen guten Platz erhalten», sagt die Frau des mit 79 Jahren bei einem Arbeitsunfall verstorbenen Künstlers. Nur noch Staub angesetzt Seit dem Tod Garniers sind die Skulpturen fast nicht mehr der Öffentlichkeit präsentiert worden. «Im Jahr seines Todes habe ich in Embrach eine Ausstellung organisiert, ein Jahr danach noch eine in Opfikon», erklärt sie. Seither sind die Eisenplastiken in ihrem Wohnhaus in Embrach auf dem Estrich eingelagert worden, wo sie nur noch Staub angesetzt hätten. Einige Erinnerungsstücke werde sie behalten. Diese seien aber schon bei der Entstehung dafür gedacht gewesen, dass sie für immer in ihrem Besitz bleiben werden. Auch der Sohn ihres Mannes hat noch einige Werke in seinem Zuhause in Deutschland. Die Embracher müssen ebenfalls nicht auf die Kunst Garniers verzichten. Die 2006 eingeweihte Fledermaus-Skulptur beim Schulhaus Dorf bleibt der Unterländer Gemeinde genauso erhalten wie die Plastiken vor der Post, vor dem Altersheim und an anderen Standorten. Auch im Stadtpark von Winterthur ist eine seiner Eisenplastiken zu bewundern. Darüber hinaus ist der Skulpturenweg «Via 2000» im Centovalli hinauf ins Tessiner Dorf Palagnedra mit zahlreichen Skulpturen Garniers gesäumt. «Die Ausstellungen in Visp sollen ein Pendant zum Skulpturenweg werden», sagt Ruckli. Von Embrach nach Visp: Heinz Ruckli hat die Kunstwerke von Alain Garniers Witwe Julia erworben. Foto: David Baer

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