Zum Hauptinhalt springen

Ein völlig zeitloses Porträt

Der Förderverein Kunstmuseum Thun feiert sein 50-jähriges Bestehen.

Sie heissen Natascha, Doris, Johanna oder Silvia: Junge Frauen, wie man sie täglich in den Strassen antreffen könnte, porträtiert Franz Gertsch (*1930). Lebensspuren wie Falten oder Hautunreinheiten gibt es nicht. Gertsch versucht in seinen detailgetreuen Porträts seit den 1980er-Jahren weniger das Abbild einer bestimmten Person darzustellen, als vielmehr ein überindividuelles Bild des Menschen zu zeigen. Chronist seiner Epoche In den 70er-Jahren bis zu Beginn der 80er-Jahre ist Gertsch ein Chronist seiner Epoche. Bekannte und Künstlerfreunde sind seine Motive. Mit ihren Accessoires treten sie als Zeitzeugen in hyperrealistischen Gemälden auf. Erst ab 1983 beginnt Gertsch zuerst in Gemälden sein Bild des Menschen neu zu konzipieren. Er findet das ideale Motiv dafür in den Gesichtern von jungen Frauen vor neutralem Hintergrund. 1986 vollzieht der Künstler einen weiteren Einschnitt in seinem Schaffen, indem er sich von der Malerei abwendet und einer neuen Technik widmet: dem Holzschnitt. Mithilfe dieses Mediums erreicht er durch die Technik einen gewissen Abstraktionsgrad, den er mit seinen Grossformaten noch betont. Neues Menschenbild Gerade in den Holzschnitten zeigt sich sein neues Menschenbild deutlich. In den frühen Holzschnitten, wie «Natascha IV», benutzt Gertsch noch mehrere Druckplatten und mehrere Farben, um dem Porträt Tiefe zu geben. In späteren Werken nimmt er die Technik immer mehr zurück, so dass die dargestellte Person aus der Fläche hervorzutreten scheint. Die dargestellten Frauen erhalten nicht nur eine intensivere Präsenz, sondern wirken gleichzeitig entmaterialisiert.Dominik Imhof Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstmuseum Thun und beschreibt die zwölf Bilder des Monats, die im Besitz der Fördervereins sind. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch