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Egger wehren sich gegen Durchgangsstrasse

Der Kanton plant eine Strasse durch das Kerngebiet von Egg. Die Einwohner wollen eine Umfahrung.

Von Stephan Kälin Egg – «40 Jahre sind genug! Jetzt soll endlich Vernunft einkehren!» Das findet eine Gruppe Egger, die seit Jahren gegen den Ausbau der Neuen Meilenerstrasse kämpft. In einem Rundschreiben rufen sie die Einwohner auf, sich zu wehren. «Bis Mitte April liegt der kantonale Richtplan auf. Wir möchten erreichen, dass sich während der öffentlichen Auflage möglichst viele Leute mit einer Eingabe beim Kanton gegen den Ausbau aussprechen», sagt Katharina Kunz, eine der Initiantinnen. «Es geht uns darum, ein Zeichen zu setzen.» Vor 40 Jahren gelangte die Erweiterung der Neuen Meilenerstrasse erstmals auf den Tisch, wurde in den kantonalen Richtplan aufgenommen und ist bis heute darin verblieben. Der Kanton will die Neue Meilenerstrasse um ein gerades Strassenstück verlängern und mit der Meilenerstrasse zusammenführen. Dieser Ausbau ist für den Durchgangsverkehr von Uster nach Meilen vorgesehen und würde die Forchstrasse entlasten. «Als Hauptverkehrsachse würde diese Strasse aber durch das am dichtesten besiedelte Gebiet von Egg führen, vorbei an Schule, Kindergarten und Sportplätzen», sagt Kunz. Spange als Alternative Auch der Gemeinderat ist gegen diese Pläne: «Ohne Alternativlösung ist es aber nicht realistisch, dass der Kanton das Bauvorhaben aus dem Richtplan kippt», sagt der Egger Gemeindeschreiber Tobias Zerobin. Aus diesem Grund diskutiere die Gemeinde mit dem Kanton mögliche Varianten. Seit einiger Zeit liegt eine Alternative auf dem Tisch: die Verbindung der Meilenerstrasse mit der Neuen Meilener-strasse durch eine sogenannte Spange. Statt eines geraden Strassenstücks würde die Fortsetzung der Neuen Meilenerstrasse eine halbrunde Form bekommen und südlich der Dorfplatz-Parkplätze in die Meilenerstrasse münden. Zusammen mit der Forchstrasse entstünde ein grosser Kreisel, der es möglich machen würde, den Verkehr in Richtung Meilen auf der neuen ausgebauten Strasse zu führen und jener in Richtung Uster auf der Forchstrasse zu belassen. Für die Gegner ist eine Alternative aber nicht nötig: «Wir haben kein Verkehrsproblem», sagt Katharina Kunz. «Egg braucht keine zusätzliche Durchgangsstrasse im Kerngebiet.» Vielmehr sei eine grossräumige Dorfumfahrung anzustreben. Natürlich sei das auch im Sinne des Gemeinderats, sagt Zerobin. «Aber vorerst gilt es, die kurzfristigen Probleme zu lösen.» Und diese werden spätestens dann akut, wenn aufgrund des Eisenbahngesetzes bis 2014 die Bahnübergänge der Forchbahn mit Barrieren gesichert werden müssen. «Dann fehlen auf der Forchstrasse die Warteräume.» Bevölkerung mehr einbinden Der Gemeinderat hat sich bislang nicht zum Richtplan geäussert und will Anfang April Stellung nehmen. Die Initianten des Rundschreibens erwarten, dass er sich vorher ihre Argumente anhört. «Bislang wurde die Bevölkerung zu wenig in den Prozess eingebunden. Dabei haben wir mehrfach die Bereitschaft dazu signalisiert», sagt Kunz. Sie befürchtet, dass der Kanton langfristig das Interesse an einer grossräumigen Umfahrung verliert, wenn die Lücke zwischen der Neuen Meilenerstrasse und der Meilenerstrasse im Sinne einer kurzfristigen Lösung mit einer Spange geschlossen wird.

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