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Die Weitsicht hat sich gelohnt

Der Bau der Autobahn A5 machte im Aarefeld bei Lüsslingen-Nennigkofen eine Landumlegung samt Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen nötig. Jetzt ist das Projekt abgeschlossen. Alle Beteiligten sehen sich als Gewinner.

Im Aarefeld zwischen Lüsslingen und Nennigkofen, dort, wo das Aareinseli die Aare kurz teilt, ehe diese ein letztes Mal mäandriert um dann geradewegs der Stadt Solothurn zuzufliessen – im Aarefeld wurde gestern das letzte Kapitel der Güterregulierung und Landumlegung in diesem Gebiet geschlossen, welches 1982 mit der Genehmigung des A5-Projekts durch den Bund aufgeschlagen worden war. Am Anfang Ärger Der Bau der A5, ein massiver Eingriff in die Natur und Landwirtschaft, machte Landumlegungen, Entwässerungsmassnahmen und die Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen nötig, die im Rahmen einer Güterregulierung zu bewältigen waren – insbesondere die Ausgleichsmassnahmen stiess manchem Bauern am Anfang gehörig sauer auf. «Die ersten Vorschläge sorgten in den Vorstandssitzungen für manche Zwangs-Zigarettenpause», erinnerte sich der Präsident der Flurgenossenschaft, Hansueli Schluep. «Vor allem die älteren Bauern ärgerten sich darüber, dass auf ihrem Land plötzlich offene Bäche fliessen und Magerwiesen wachsen sollen.» Lobrede um Lobrede Heute fliessen die in den 1940er-Jahren eingedolten Bäche teils wieder offen, Hecken teilen die Äcker, das Aarefeld ist ein integrierter Bestandteil der Schutzzone Witi. Die Massnahmen bei Lüsslingen-Nennigkofen seien allesamt weitsichtig und gut geplant worden, so Schluep – «die Bauern reden jedenfalls noch miteinander». Die seinerzeit vereinzelt kritischen Stimmen jedenfalls sind still geworden. Die Referenten, die sich gestern im Aarefeld die Reden reichten, konnten das Projekt und alle am Projekt beteiligten gar nicht genügend loben – es gebe in dieser Angelegenheit nur Gewinner, wurde mehrfach betont: Die Natur (die wiedergeschaffene Öko-Qualität hat neue Tiere angelockt, den Biber zum Beispiel, oder auch Fledermäuse), die Bauern (die Aufteilung der Felder und ein neues Flurwegnetz ermöglicht eine flexible Landwirtschaft initiiert) und der Kanton (die Autobahn hat zur verkehrstechnischen Entlastung der Städte Solothurn und Grenchen und zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region Solothurn-Grenchen beigetragen). «Grossartiges geleistet» Hansueli Schluep gab das Wort also Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler weiter. Er wisse zwar nicht genau, was sie erzählen wolle, meinte Schluep scherzhaft, überliess ihr dann aber doch das Feld. Gassler dankte allen, «die hier etwas Grossartiges gemacht haben – und glauben sie mir: sie haben etwas Grossartiges gemacht.» Projektleiter Erwin Angehrn vom Planungs- und Ingenieurbüro WAM Partner in Solothurn betonte seinerseits, dass letztlich die Einsicht und Weitsicht der vom Projekt vor allem betroffenen Bauern dazu geführt habe, dass im Aarefeld trotz anfänglichem Widerstand etwas Gutes entstanden sei. Gedenkstein enthüllt Zwei weitere Redner gaben sich noch die Ehre, Rolf Glünkin vom kantonalen Amt für Raumplanung und Jürg Amsler vom Bundesamt für Landwirtschaft. Dann war genug geredet und Nennigkofens Gemeindepräsident Herbert Schluep schritt zur letzten Tat: Er enthüllte einen Findling des Rhonegletschers, der bei den Bauarbeiten zur A5 zum Vorschein gekommen war, und künftig im Aarefeld als Gedenkstein seinen Dienst tun wird. Martin Kaiser >

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