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Die Nutzungskonflikte an der Tössegg entschärfen

Die kantonale Baudirektion und die Gemeinde Freienstein planen ein Entwicklungskonzept für die Tössegg. Ziel ist, die Bedürfnisse von Natur und Ausflüglern unter einen Hut zu bringen.

Freienstein. - Im Erholungsgebiet an der Tössegg treffen unterschiedliche Vorstellungen von Freizeitgestaltung und vom Umgang mit der Natur aufeinander. Die Wohnwagenbesitzer wollen dort weiterhin campieren, die Ausflügler fahren mit dem Auto vor, die Rheinschifffahrt setzt Passagiere ab. Gleichzeitig ist das Mündungsgebiet der Töss ein bedeutender Lebensraum für die heimische Flora und Fauna.

Diese verschiedenen Interessen hätten immer wieder zu Konflikten geführt, sagt Christian Leisi vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Daher hat das Awel nun gemeinsam mit dem Amt für Raumplanung und Vermessung (ARV) sowie der Gemeinde Freienstein-Teufen das Projekt «Zukunft Tössegg» lanciert.

Anlegeplatz sorgt für rote Köpfe

In einem ersten Schritt sei es darum gegangen, die Konfliktherde zu definieren, sagt Leisi, der als Projektleiter fungiert. Und die wurden eben bei der Verkehrssituation, bei den Anlegeplätzen der Schiffe und beim Campingplatz gefunden.

Bei den Campern stelle sich die Frage, ob der gegenwärtig genutzte Platz überhaupt «zonenkonform» sei - oder ob die langjährigen Bewohner nur bleiben dürfen, weil vor einigen Jahrzehnten eine Bewilligung erteilt wurde und inzwischen ein Gewohnheitsrecht geltend gemacht werden könnte. «Es ist nun unsere Aufgabe, abzuklären, wie es weitergehen soll», so Leisi.

Der Anlegeplatz sorgt beim Naturschutz für rote Köpfe. Laut Leisi stört man sich daran, dass dort immer wieder Kies abgetragen wird, was gegen die Natur sei. Doch ohne das Abtragen von Kies könnten die Schiffe nicht mehr anlegen, sagt Leisi.

Ein weiterer Störfaktor im Erholungsgebiet sei das starke Verkehrsaufkommen an den Wochenenden. «Dann wird überall wild parkiert.» Und das könne nicht geduldet werden, so Leisi. Es gebe zwei Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Entweder könnte der Parkplatz beim Restaurant vergrössert werden, oder es liessen sich Shuttle-Busse einsetzen, welche die Besucher ins Erholungsgebiet fahren. Leisi betont, dass noch keine Lösungen für diese Konflikte vorliegen. «Wir stehen noch ganz am Anfang des Prozesses.»

Geplant sind zunächst vier Workshops. Aktiv mitarbeiten sollen dort die Pro Natura, der Rheinaubund sowie die Gemeinden Freienstein-Teufen, Rorbas, Buchberg und Eglisau. Ende September findet die erste Zusammenkunft statt.

Es sei wichtig, die verschiedenen Anliegen der Interessengruppen zu diskutieren, so der Projektleiter. Im Vordergrund stehen dabei die Themen Erholung, Landschaft, Natur und Verkehr. Das ausgearbeitete Projekt «Zukunft Tössegg» wird dann aufzeigen, wie sich das Erholungsgebiet in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll. Wie hoch die Kosten des Projekts sind, kann Leisi nicht sagen. In rund einem Jahr will die Baudirektion das Konzept «Zukunft Tössegg» vorlegen. Einfache Massnahmen sollen möglichst schnell umgesetzt werden, sagt Leisi.

Vor allem an den Wochenenden sind die Parkplätze an der Tössegg voll. Autos werden dann auch im Parkverbot abgestellt.

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