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Die nächste Generation fordert die Weltspitze

Am Baden Masters verlangten die Jungen der Attinger-Dynastie den besten Curlern alles ab. Die schottischen Weltmeister um David Murdoch scheiterten beinahe an den Dübendorfern.

Curling. - Das Durchschnittsalter des Teams liegt bei 21 Jahren. Internationale Erfahrungen konnten die Spieler bisher nur sporadisch sammeln. Sie sind die Zukunftshoffnung des Schweizer Curlings. Doch schon jetzt darf sich die junge Attinger-Crew mit der absoluten Weltspitze messen und gibt sich dabei keine Blösse.

Am Baden Masters trafen die Glattaler in ihrem dritten Spiel auf den zweifachen und amtierenden Weltmeister, dreifachen Europa- und vierfachen schottischen Meister David Murdoch - und verlangten ihm und seiner Mannschaft alles ab. Im sechsten End gingen sie nach einem Nuller der Briten gar mit 3:2 in Führung. Schliesslich mussten sie sich doch mit 4:5 geschlagen geben. «Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt und hatten viel Spass, auch wenn unsere Gegner am Ende die Glücklichen waren», sagt Skip Alex Attinger, der seinem Gegner viel Respekt entgegenbringt. «Man schaut den Kontrahenten anders an, wenn er ein ganz Grosser ist. Ich kann zum Teil Tricks abschauen.»

Analyse hinter der Scheibe

Der 23-jährige Alex, Sohn des legendären Peter Attinger, der an der Heim-WM 1974 in Bern Bronze holte und damit in der Schweiz einen regelrechten Curlingboom auslöste, bildet zusammen mit seinem Bruder Felix, 21, Cousin Simon, 20, und Marco Klaiber, 20, das neu formierte Team des CC Dübendorf. Gecoacht werden sie an diesem Wochenende von Marcos Vater Daniel Klaiber.

Gebannt sitzt dieser hinter der Glasscheibe, die die Zuschauer vom Eis trennt. In der Festwirtschaft hinter ihm ist es laut, es wird gelacht, diskutiert und getrunken. Klaiber sitzt ganz ruhig an seinem Laptop, den Blick stets auf das Geschehen unter ihm gerichtet. Auf seinem Bildschirm schimmert ein kleines Curlingfeld. Akribisch trägt er jeden einzelnen Spielzug darauf ein, bedient sich hierzu der kleinen Steine, die am unteren Rand des Monitors aufgereiht sind. Ab und zu schüttelt er den Kopf, murmelt etwas vor sich hin. «Ich hätte manchmal anders entschieden», erklärt Klaiber und ergänzt: «Von hier oben kann ich das Spielfeld besser überblicken, als die Spieler unten auf dem Feld.»

Umso ärgerlicher ist, dass Timeouts an diesem Turnier nicht erlaubt sind. «Das ist schlimm, ich muss machtlos zuschauen», sagt Klaiber, der bereits seit 30 Jahren Mitglied des CC Dübendorf ist. Allerdings kann er sich meistens auf das Gefühl und die Übersicht seiner Crew verlassen.

Der Traum vom nationalen Titel

Das Nachwuchsteam wirkt routiniert, abgeklärt und eingespielt. Schliesslich kennen sich die Spieler seit frühester Kindheit. Der Zukunft können sie zuversichtlich entgegenblicken. «Wir träumen vom Schweizer Meistertitel, stehen allerdings noch ganz am Anfang. Vielleicht erreichen wir das Ziel in zwei bis drei Jahren», schildert Alex Attinger die Pläne.

Auch wenn es für sein Team mit einem Sieg aus vier Spielen nur für Rang 14 im 20 Teilnehmer umfassenden Feld reichte, bewiesen die Oberländer gegen das übergrosse Schottland, dass der Rückstand auf die Weltspitze gering ist. Und Zeit, um Erfahrungen zu sammeln, bleibt der jungen Crew noch genug.

Skip Alex Attinger hat das Ziel im Visier: Simon Attinger (links) und Marco Klaiber sollen zur Realisierung beitragen.

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