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Die Löcher in den Pensionskassen schliessen sich

Im Gefolge der Bankenkrise sah es bei der Zolliker und der Küsnachter Pensionskasse düster aus. Mittlerweile hat sich die Situation stark verbessert.

Von Petra Schanz und Peter Meier Zollikon/Küsnacht/Männedorf – Die Bankenkrise hat den meisten Pensionskassen übel mitgespielt. Ende 2008 wiesen viele Vorsorgeeinrichtungen einen ungenügenden Deckungsgrad auf, im Jahr drauf ging es dann allerdings wieder aufwärts. Noch immer im Gerede steht die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK), die an den Folgen eines Korruptionsskandals leidet. Mit 85 Prozent ist ihr Deckungsgrad auch heute noch ungemütlich tief. Der BVK sind 73 000 Versicherte angeschlossen, darunter auch die Angestellten von über 500 zürcherischen Kirch-, Schul- und Politischen Gemeinden. Gerade mal zehn Gemeinden im Kanton leisten sich den Luxus einer eigenen Pensionskasse. Mit Küsnacht, Zollikon und Männedorf liegen gleich drei von ihnen im Bezirk Meilen. Strukturelles Ungleichgewicht Die über Wochen hin fallenden Börsenkurse hatten 2008 auch den drei Vorsorgeeinrichtungen im Bezirk zugesetzt, allerdings in unterschiedlichem Ausmass. Bös ins Minus rutschten die Zolliker sowie die Küsnachter Pensionskasse, derweil sich die Männedörfler Vorsorgeeinrichtung wacker hielt und selbst auf dem Höhepunkt der Krise nur knapp unter die 100-Prozent-Marke geriet. Fast 12 Millionen Franken fehlten Ende 2008 in Küsnachts Pensionskasse, was einem Deckungsgrad von etwas mehr als 92 Prozent entsprach. Das Loch in der Kasse war nicht allein auf die Finanzkrise zurückzuführen. Die Kasse kämpfte auch mit strukturellen Problemen. 227 Rentnern standen damals nur 432 aktive Versicherte gegenüber. Inzwischen sieht es bei der Küsnachter Pensionskasse wieder um einiges besser aus. «Der Deckungsgrad liegt wieder bei 100 Prozent», sagt Gemeindeschreiber Peter Wettstein. Die Arbeitgeber haben einen Sanierungsbetrag von 5 Millionen Franken in die Kasse eingeschossen. Der grösste Teil – rund 4,3 Millionen – entfiel dabei auf die öffentliche Hand. Küsnachts Stimmberechtigte hatten Ende 2009 zu diesem Kredit Ja gesagt. Als Massnahme gegen die strukturellen Probleme wurden Anpassungen im Kassenreglement vorgenommen. Der Umwandlungssatz und der technische Zinssatz sind nach unten angepasst und die Beiträge von Arbeitgebern und -nehmern erhöht worden. Ob die Kasse damit langfristig stabilisiert werden kann, ist heute offen. «Die Performance ist derzeit mit 1,8 Prozent mager», sagt Peter Wettstein, «das genügt längerfristig nicht.» Längerfristig positiv auswirken sollten sich Änderungen am Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenempfängern. Neu hat die Küsnachter Pensionskasse alle Mitarbeiter der Werk Zürichsee AG übernommen, die die Werke von Zollikon, Küsnacht und Erlenbach umfasst. Auch über der Zolliker Pensionskasse hat sich der Himmel inzwischen aufgehellt. Ende 2008, dem Jahr der Banken-Crashs, lag der Deckungsgrad der Pensionskasse bei gerade noch 82 Prozent, was einem Fehlbetrag von happigen 19 Millionen Franken entsprach. Bereits ein Jahr später, Ende 2009, lag der Deckungsgrad wieder bei 94,4 Prozent. Nach Einschätzung von Finanzvorstand Martin Byland dürfte er sich heute um die 95-Prozent-Marke bewegen. Zusätzlicher Lohnabzug Auch in Zollikon haben Steuerzahler und Versicherte Beiträge an die Gesundung der Kasse zu leisten. Die Gemeinde und ihre Angestellten müssen bis auf weiteres 2 Lohnprozente zusätzlich als Sanierungsbeitrag leisten. Überdies hat der Steuerzahler den Zinsverlust zu berappen, der infolge der Unterdeckung entstanden ist. Heuer sind das 237 000 Franken. Zusätzliche 5 Millionen hat die Pensionskasse durch den Verkauf einer Liegenschaft hereingeholt. «Das Führen einer eigenen Pensionskasse wird immer aufwendiger», hält Byland fest. In Diskussion sei deshalb der Anschluss an eine etablierte grössere Einrichtung. Unverändert gut steht die Männedörfler Vorsorgeeinrichtung da. Kurt Züst, Leiter der Finanzverwaltung, hofft, dass es bis Ende Jahr an der Börse noch etwas runder läuft als in den letzten Monaten, sodass der Deckungsgrad die 100-Prozent-Marke wiederum übertrifft. Ende 2009 lag er bei 104 Prozent. Günstiger als in Küsnacht und Zollikon steht es in Männedorf um das Verhältnis von Leistungsbezügern und Aktiven. In den unteren Seegemeinden kommen auf einen Pensionär rund zwei Beitragszahler, in Männedorf sind es deren drei.

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