Zum Hauptinhalt springen

Die gelben Wegweiser führen zurück nach Stäfa

Wanderwege sind schon lange ein Thema im Leben von Stefan Jucker. Heute ist er oberster Hüter der 2700 Kilometer Wanderwege im Kanton Zürich.

Stäfa. - Um den Geschäftssitz der Zürcher Wanderwege zu finden, braucht es schon fast eine detaillierte Karte, denn das kleine Bürogebäude an der Etzelstrasse 36 liegt gut versteckt in einer kleinen Seitengasse. Zum Glück leuchtet beim Eingang der gelbe Rhombus mit dem Zürcher Wappen und der Beschriftung «Wanderwege».

Stefan Jucker ist seit gut einem Jahr Leiter der Geschäftsstelle Zürcher Wanderwege ZAW. Der Stäfner, der während 14 Jahren in Glarus Sport, Informatik und Bildnerisches Gestalten unterrichtete, kehrte letztes Jahr mit seiner Familie in seine alte Heimat zurück. Damit änderte sich auch sein Berufsleben radikal. Das lebhafte Klassenzimmer hat er mit einem relativ einsamen Büro getauscht. «Eine grosse Umstellung», sagt Stefan Jucker. Und es ist ihm anzumerken, dass ihm dies nicht nur leicht gefallen ist, obwohl er sich schon seit langer Zeit mit den Wanderwegen des Kantons befasst.

Das Wanderwegnetz im Kopf

Schon vor und während seiner Zeit als Lehrer war er technischer Mitarbeiter des Vereins - und erblich vorbelastet: Bereits sein Vater war Kreisleiter und später Präsident der ZAW, des Vereins, der 1933 gegründet wurde - als erste kantonale Wanderwegsektion der Schweiz. Ziel war es damals wie heute, das «Erlebnis Wandern» abseits der Alltagshektik und -routine breiten Bevölkerungsschichten bekannt zu machen.

Stefan Jucker ist keine eigentliche «Wandersocke», sondern ein sportlicher Typ, nicht umsonst wurde er Sportlehrer. Biken, Rudern, Ski- und Bergtouren standen für ihn früher an erster Stelle, das Wandern forderte ihn körperlich zu wenig heraus. Heute aber, mit der Familie, ist der 48-Jährige oft und gerne auf den Pfaden der Region anzutreffen. Für die Planung der Ausflüge muss er nicht lange über Karten brüten, denn das Wegnetz des Kantons ist in seinem Kopf gespeichert.

Neben der Tätigkeit als Geschäftsführer ist er Technischer Leiter der ZAW und als solcher für die Signalisation der Wanderwege zuständig, das heisst für die Wegweiser auf dem gut 2700 Kilometer umfassenden Steckennetz des Kantons. In den nächsten 17 Jahren werden schweizweit alle Markierungen vereinheitlicht.

Mitwandern lohnt sich

Der Verein, der letztes Jahr sein 75-jähriges Bestehen gefeiert hat, ist in 33 Kreise unterteilt. In der Region Pfannenstiel sind es die Kreise Meilen-Pfannenstiel (Zollikon-Meilen) und Meilen-Ost (Uetikon-Hombrechtikon). Jedem Kreis steht ein ehrenamtlicher Leiter vor, der wiederum Unterstützung von örtlichen Mitarbeitenden bekommt. Die Kreisleiter haben den Überblick über die Wege in ihrem Abschnitt und melden allfällige Vorkommnisse. Für den Unterhalt und Bau der Wege ist das Kantonale Tiefbauamt zuständig.

«Das Wegnetz ist einem dauernden Prozess unterworfen», sagt Stefan Jucker. So werden Wege aufgehoben oder angepasst, generell wird mehr Naturbelag und Sicherheit angestrebt - auch im Kanton Zürich gibt es «weiss-rot-weisse» Strecken, also Bergwege. «Im Prinzip kann jeder kommen und einen Vorschlag für eine neue Route anbringen.» Die Antwort darauf ist dann eine andere, langwierige Geschichte, die sich über Kommissionen und Gemeinden abwickelt.

Die ZAW gibt jeweils im März ein umfassendes Wanderprogramm mit rund 50 geführten kostenlosen Wanderungen im ganzen Land heraus. Oft nehmen daran weit über hundert Leute teil. «Jeder wandert in seinem eigenen Tempo», erzählt Jucker. «Verloren gegangen ist noch niemand, denn am Ende des manchmal langgestreckten Feldes macht noch jemand das Schlusslicht.» Mitmachen könne jeder, aber natürlich sei es schön, wenn man Mitglied der ZAW würde. Was kein Heidengeld, sondern 15 Franken pro Jahr kostet.

Früher standen bei Stefan Jucker Ski- und Bergtouren stärker im Vordergrund als das Wandern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch